Alljährliches Schafesammeln Skip to content

Alljährliches Schafesammeln

Der isländische Bauernverband Bændasamtök hat die diesjährigen Termine für das Zusammentreiben von Schafen und Pferden bekanntgegeben.

In Island werden die Mutterschafe mit ihren Lämmern Mitte bis Ende Juni ins Hochland gebracht. Weil die Lämmer die oft weiten Strecken noch nicht laufen können, transportieren die Bauern ihr Vieh auf Traktoranhängern. Für die Strecke von ca. 50 Kilometern etwa von einem Schafhof im Skeid (Árnessysla) bis ins Hochland westlich des Thjórsádal braucht ein Bauer bisweilen mehrere Tage, bis alle Tiere in den Bergen sind.

Hier laufen die Schafe drei Monate lang frei herum und suchen sich auf den kargen Ebenen ihr Futter selbst. In früheren Zeiten entlasteten die Bauern so ihre wenig ertragreichen Hausweiden vom Verbiss, überdies stärkt das freie Herumlaufen die Lämmer, was Auswirkung auf die Fleischqaulität hat. Da der Sommer viel kälter war als in den Vorjahren, wird erwartet, daß die Lämmer in diesem Jahr weniger Gewicht auf die Waage bringen.

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Schaftreiber zu Pferd im Gnúpverjahreppur. Foto: Dagmar Trodler

Wenn sich der Sommer dem Ende zuneigt, machen sich Reiter mit gut ausgebildeten “Smala”-Pferden (solche, die flink sind und Schafe treiben können) auf den Weg ins Hochland. Oft reiten sie zwei bis vier Tage, bis sie die Schafe erreicht haben. Das Zusammentreiben in den Bergen ist mühsam und kann gefährlich sein. Auch das Wetter kann im September im Hochland schon sehr winterlich sein. Der Weg taleinwärts hingegen ist dann von langsamerem Tempo gekennzeichnet und oft werden die Herden zu Fuß getrieben, weil die Schafe nicht für langes Laufen geschaffen sind und man die Pferde schonen will. Alle Stunde wird pausiert, für erschöpfte oder verletzte Tiere gibt es einen Viehhänger. Die Reise verläuft ähnlich langsam wie die Hinfahrt auf dem Traktor.

Jedes Schaf hat eine Ohrmarkierung und eine Ohrnummer, an der sein Besitzer es erkennt. Manche Bauern kennzeichnen ihre Schafe zusätzlich mit Farbstrichen. Die Schafe werden in regionalen Sammelgehegen (“réttir”) zusammengetrieben und in Handarbeit auseinandersortiert. Dann bringt jeder Schafzüchter seine Schafe zu Fuß nach Hause. Die Straßen sind noch ein bis zwei Tage nach dem Sortieren voller Schafherden auf dem Weg zum Heimathof, es geht nur langsam vorwärts, weil die Tiere nach zum Teil einwöchiger Reise müde sind und oft ausruhen müssen.

Pferde dürfen in Island nur noch in einer Region in Nordisland ins Hochland getrieben werden, um dort den Sommer in Freiheit zu verbringen. In allen anderen Regionen ist dies aus Gründen des Bodenschutzes und der Verkehrssicherheit nicht mehr gestattet. Dennoch sind die Pferdeabtriebe beliebte events für Besucher, weil anschließend zu Musik und Tanz aufgespielt wird.

Beim größten Pferdeabtrieb des Landes, dem Laufskálarétt im nordisländischen Skagafjördur hatten im vergangenen Jahr über 3000 Gäste zugeschaut, wie mehrere hundert Pferde zu Tal getrieben wurden, schreibt mbl.is

Hier finden Sie die vollständige Liste der diesjährigen Hochlandabtriebe. In der zweiten Gruppe (Landnámi) befinden sich die Sammeltermine, die der Hauptstadt am nächsten sind, in der dritten Gruppe die Pferdeabtriebe in Nordisland.

Die Termine können sich wegen Wetterbedingungen jederzeit verschieben. Im vergangenen Jahr hatte ein verheerender Schneesturm wenige Tage vor dem réttir zu einer Katastrophe geführt, weil die Schafe in den Bergen eingeschneit waren.

DT

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