Ein Mädchen ist gestern an den Folgen einer Messerstichverletzung gestorben, die es am vergangenen Samstag in Reykjavík erlitten hatte. Die 17-Jährige und zwei weitere Jugendliche im gleichen Alter waren in der Reykjavíker Kulturnacht von einem 16-jährigen Isländer niedergestochen worden.
Der Vater des Mädchens veröffentlichte einen Beitrag, in dem er allen Ersthelfern und Krankenhausmitarbeitern für ihr Engagement dankte. „Jetzt müssen wir handeln und auf geordnete und durchdachte Weise dafür sorgen, dass dieser Albtraum, unsere Verluste und das Leben meiner Bryndís zu einer besseren Realität für die isländische Gesellschaft führen! Dieses teure und unerträgliche Opfer sollte und muss Menschenleben retten,“ schrieb er.
Der minderjährige Täter war Anfang der Woche von einer Jugendstrafinstitution in das Gefängnis Hómsheiði verlegt worden, nachdem er Morddrohungen erhalten hatte. In Hólmsheiði wird er zu seiner eigenen Sicherheit von Mitarbeitern des Jugendamtes begleitet.
Die Ermittlungen in dem Fall gehen gut voran, nach Angaben von Kriminalhauptkommissar Grímur Grímsson hat die Polizei inzwischen ein klareres Bild von dem Vorfall. Bislang gebe es keine Hinweise auf eine hassmotivierte Tat, so Grímur.
Eines der Opfer war ein 16-jähriger Palästinenser, der vor drei Jahren aus Gaza geflohen war. Der Vater des Jungen gab in einem Interview mit Vísir an, er habe mit der Flucht nach Island das Leben seines Sohnes retten wollen. Jetzt fürchte er um sein Leben.
In der Folge der Attacke ist die zunehmende Bewaffnung von Schülern in Öffentlichkeit und Politik thematisiert worden.


