Zwei Lachszüchter dürfen Produkte nicht mehr als 'umweltfreundlich' bezeichnen Skip to content
Bíldudalur Arnarfjörður
Photo: Laxakvíar Laxeldi Lax *** Local Caption *** Vestfirðir.

Zwei Lachszüchter dürfen Produkte nicht mehr als ‘umweltfreundlich’ bezeichnen

Islands Verbraucherzentrale hat den Lachszuchtunternehmen Norðanfiskur und Fisherman untersagt, ihre Produkt auf der Verpackung als ‘umweltfreundlich’ zu bezeichnen. Diese Behauptung könnten die Unternehmen nicht beweisen, berichtet Vísir.

Die Verwendung des Begriffs “umweltfreundliche Meereszucht” sei vollkommen irreführend und eigentlich ein unerträglicher Widerspruch, fand der isländische Verbraucherverband und wandte sich daher mit einer Klage an die Verbraucherzentrale. Die Fischzucht in Meeresbecken sei auf der Webseite der Umweltbehörde als ‘verschmutzende Industrie’ kategorisiert, denn die Abwässer, die bei der Produktion entstehen, fliessen ungereinigt ins Meer.
Die norwegische Umweltbehörde, so der Verbraucherverband, schätze, dass eine Tonne Zuchtfisch die gleiche Menge Abwasser verursacht wie 16 Menschen. Das Unternehmen Laxar, welches im Reyðarfjörður 16.000 Tonnen Lachs produzieren darf, leitet demnach genausoviel Abwasser ungereinigt ins Meer wie 256.000 Menschen, oder mehr als zwei Drittel der Inselbevölkerung verursachen. Man könne das nun wirklich nicht als umweltfreundlich bezeichnen, findet der Verband, und reiht sich damit ein in die hitzige Debatte um die meerwassergestützte Aquakultur in Island.

Abwasser und Hybridisierung nicht umweltfreundlich
Auch die Vermischung von entkommenen Zuchtlachsen mit Wildlachsen wird kritisiert, ein Problem das in allen Fischzucht treibenden Ländern wohlbekannt sei. Das Marineforschungsinstitut hatte unlängst eine Risikobewertung für die Erbgutvermischung angefertigt, demnach schätzt man, dass etwa vier Prozent aller Lachse in Islands Flüssen eigentlich Zuchtlachse sind. Das wäre dann ein Zuchtlachs unter 20 Wildlachsen. Die Verbraucherzentrale hält auch das für nicht umweltfreundlich. In der letzten Woche hatte die Veterinäraufsichtsbehörde MAST bestätigt, dass von den 32 im westfirdischen Fluss Mjólká gefangenen Lachsen 16 Zuchtlachse gewesen sind.
Bei der sogenannten Umweltfreundlichkeit der Unternehmen handelt es sich auch nicht um einen offziellern, an ein Genehmigungsverfahren gebundenen Titel, auf Anfrage des Verbaucherverbandes hiess es, man habe sich den Titel selbst gegeben, könne aber keine Zertifizierung vorweisen.

Die Verbraucherzentrale ist nach Prüfung der Angelegenheit zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Gesetzesbruch vorliegt. Die genannten Unternehmen können nicht beweisen, dass sie ihre Produkte umweltfreundlich und nachhaltig herstellen, daher ist die Beschriftung der Verpackung irreführend.

 

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