Reykjanes: Norður PTX will Methanfabrik trotz vulkanischer Bedrohung Skip to content

Reykjanes: Norður PTX will Methanfabrik trotz vulkanischer Bedrohung

Auch nach den schweren Erdbeben vom November und den Vulkanausbrüchen vom 10. und 14. Januar ist das Schweizer Unternehmen Norður PTX Reykjanes fest entschlossen, sein geplantes Flüssigmethanwerk im Resourcenpark neben dem Reykjaneskraftverk zu bauen, berichtet Heimildin.

Flüssigmethan aus Kohlendioxid
In der Fabrik soll aus Kohlendioxid aus den Abgasen des Erdwärmekraftwerks Svartsengi stammt und Wasserstoff, der durch Elektrolyse erzeugt wird, Flüssigmethan für den Export produziert werden. Zunächst soll das Kohlendioxid per LKW von Svartsengi nach Reykjanes transportiert werden. Langfristig geplant ist jedoch die Verlegung von unterirdischen Gasleitungen vom Erdwärmekraftwerk zur Fabrik in Reykjanes.
Die neue Fabrik hat für die Herstellung von Flüssigmethan und Wasserstoff einen Energiebedarf von 56 MW. Diese Energie würde aus dem Kraftwerk nebenan kommen.
Heimildin schreibt, dass damit isländische Verschmutzung (CO2), isländische Energie und isländisches Wasser in Form von Flüssigmethan ins Ausland exportiert würde, um dort den Verschmutzungsgrad zu vermindern.

Erdbeben kein Anlass zur Planänderung
Nachdem die gesamte Region seit Oktober 2023 von schweren Erdbeben heimgesucht wurde und am 10. November Grindavík dann geräumt worden war, hatte das isländische Planungsbüro bei Norður PTX angefragt, ob nicht Anlass bestehe, zu überlegen, ob und wie die Pläne durch die veränderten Bedingungen betroffen seien.
Eine Antwort sei Heimildin zufolge noch am gleichen Tag eingegangen: Man halte an dem Projekt unverändert fest. Wenn sich die Bedingungen später änderten, werde man sich nach der neuen Lage richten. Man beharrte auf einer Fertigstellung des Umweltgutachtens noch vor dem Jahreswechsel.
Kurz vor Weihnachten übersandte die Planungsbehörde ihre Bewertung des Umweltgutachtens, und Norður PTX war seinem Ziel einen Schritt näher gekommen.

Vulkanausbrüche kein Anlass zur Planänderung
Drei Tage bevor die Behörde ihr Abschlussgutachten schickte, brach an der Sundhnúksgígaröð die Erde auf und spie Lava. Seitdem hebt sich unablässig die Erde bei Svartsengi, dem Ort, der den Hauptrohstoff für die Methanherstellung, das Kohlendioxid, liefern soll, möglichst per unterirdischer Gasleitung quer durch die Halbinsel Reykjanes zur geplanten Fabrik.
“Die Haltung des Betreibers ist unverändert von dem was im Antwortschreiben an die Planungsbehörde zu lesen steht,” hiess es von der Norður PTX am 10. Januar auf Anfrage von Heimildin. “Die Wahrscheinlichkeit von Erdbeben und Vulkanausbrüchen auf der Halbinsel Reykjanes sind seit Beginn des Projektes bekannt, die Vorbereitungen laufen nach Plan und unter Berücksichtigung der Risiken.”

Es folgte der Bau der Schutzwälle um das Kraftwerk, dann brach am 14. Januar nur drei Kilometer von Svartsengi entfernt die Erde auf und spie Lava.
Auch diesmal lautete die Antwort des Unternehmens, man halte an den Plänen fest.

Fachliche Einwände kein Anlass zur Planänderung
Das Naturwissenschaftliche Institut weist in seinem Einwand bei der Planungsbehörde darauf hin, dass sich Wissenschaftler einig seien, vor einem neuen vulkanischen Zeitalter zu stehen, damit hätten sich die Voraussetzungen für das Werk geändert. Von Norður PTX kam die Antwort, man halte es für sehr unwahrscheinlich, dass Lava unter der Fabrik hervorbreche oder dass Lava über die Fabrik ströme.

Der Naturschutzbund Südwestisland schreibt, selbst wenn das Unternehmen Kohlendioxid einfange, welches bislang ungehindert in die Atmosphäre entweiche, so produziere es aber damit Methan, welches ein weitaus problematischeres Treibhausgas sei. Bei einem Leck im Werk oder einem Unfall sei der Schaden schnell grösser als der Gewinn. Vom Unternehmen heisst es darauf, man habe in der Planung berücksichtigt, alles explosive oder schnell entzündliche Material aus der Fabrik zu verbannen, um die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten.
Die Umweltbehörde schliesslich macht darauf aufmerksam, dass Lava über die Gasleitungen strömen und sie zerstören könnte, doch auch das bereitet den Methanproduzenten keine Sorge, dann könne man auf Kohlendioxid vom Reykjaneskraftwerk zurückgreifen.

Die Planungsbehörde hatte in ihrem Schlussgutachten ebenfalls auf das vulkanische Zeitalter aufmerksam gemacht und dass die Aktivität Norður PTX zwingen könnte, ihre Unternehmung neu zu überdenken. Dann werde auch ein neues Umweltutachten fällig.

 

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