Rechenzentrum in Akureyri will weiter wachsen Skip to content
Akureyri
Photo: Eyjafjörður – Loftsmyndir.

Rechenzentrum in Akureyri will weiter wachsen

Das Rechenzentrum am Fuße des Hlíðarfjall in Akureyri könnte seine Größe mehr als verdoppeln, wenn die Pläne des Betreibers AtNorth umgesetzt werden. Anfang Januar wird sich der Stadtrat mit dem Ansinnen befassen, berichtet RÚV.

Grösster Datenverarbeiter in den nordischen Ländern
Der Datenverarbeiter AtNorth will die Kapazität seines erst im letzten Jahr errichtetes Rechenzentrum am liebsten gleich im neuen Jahr verdoppeln. Der Datenriese hatte erst im letzten Sommer sein drittes Rechenzentrum in Akureyri in Betrieb genommen. Mit 2500 Quadratmetern und einem Strombedarf von sechs Megawatt im Vollbetrieb gehört das Rechenzentrum zu den grösseren seiner Sorte. Nun wird am Hlíðarfjall mehr Platz benötigt, und das Unternehmen hat bei der Planungsbehörde um ein angrenzendes Grundstück ersucht.
Die verwies den Antrag an den Stadtrat, mit der Begründung, dass ihr die Grundlage fehle, um eine fundierte Entscheidung über das Projekt zu treffen, nicht zuletzt, weil ja nicht bekannt sei, wie energieintensiv der Betrieb des erweiterten Rechenzentrums sein würde und welche Auswirkungen er auf andere Stromgrossverbraucher in der Region haben könnte. Die Baukosten der zusätzlichen drei Gebäude liegen bei geschätzten 12 Milliarden ISK, der Energiebedarf wird sich damit dann von sechs Megawatt auf 14 Megawatt erhöhen.
Nach Angaben des Unternehmens werden 30% der Kapazität von Unternehmen im Inland genutzt, 70% demnach von ausländischen Unternehmen. Island ist bei den grossen Datenverarbeitern beliebt, das kalte Klima hält die Supercomputer kühl, und die für den Betrieb benötigte Energie ist grün und günstig.

Steigende Nachfrage nach Strom
Allerdings scheint der Strom nicht unbegrenzt vorhanden zu sein. Gestern berichtete RÚV, dass auf dem Markt der Haushalte und kleineren Unternehmen eine steigende Nachfrage nach Strom zu verzeichnen sei. Dieser “kleine” Markt macht allerdings nur 20% des gesamt Stromverbrauchs aus, 80% gehen an Grossverbraucher mit Langzeitverträgen.
Woher also dieser plötzliche Anstieg? Landsvirkjun-Chef Hörður Arnason kann sich die Nachfrage nicht erklären. Er findet, dass der Gesetzgeber gefragt ist, denn bislang hindere keine gesetzliche Regelung Grossverbraucher daran, Strom über den Grosshändler zu kaufen, also dem kleinen Markt wegzukaufen.

Unbekannte Grossbesteller
Für das kommende Jahr sind bei Islands Landesstromerzeuger 25% mehr Bestellungen für Energie eingegangen. Bei den privaten Haushalten stieg die Nachfrage nur um zwei Prozent. Die für kleinere Nutzer bestimmte Energie fliesst also offenbar ungeplant irgendwoanders hin. Wer hinter diesen Grossbestellungen steckt, weiss auch Hörður RÚV zufolge nicht. Die Stromprognose der isländischen Energiebehörde bis 2050 führe allerdings eine potentiell erhöhte Nachfrage auf den Betrieb von Rechenzentren zurück, so Hörður.
Einstweilen bekräftigen Politik und Energiebranche, dass die Lieferung bereits vorhandener Energie an Haushalte, und Kleinunternehmen, aber auch Grossverbraucher mit Langzeitverträgen unbedingte Priorität habe. Verträge mit neuen Grossabnehmern müssten mit grosser Vorsicht abgeschlossen werden, so Landsvirkjun-Chef Hörður Arnason.

 

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