Petition gegen CO2-Bohrlöcher von Carbfix in Straumsvík Skip to content
CarbFix Hellisheiðarvirkjun
Photo: Carbfix.

Petition gegen CO2-Bohrlöcher von Carbfix in Straumsvík

Rund 4500 Einwohner haben eine Unterschriftenliste unterzeichnet, mit der gegen den Standort der Bohrlöcher für das Carbfix Projekt in Hafnarfjörður protestiert wird. Geplant ist, Kohlendioxid in tiefes Gestein südlich des Aluminiumkraftwerkes Straumsvík zu pumpen. Ganz in der Nähe liegt das Wohnviertel Vellir. Der Initiator der Petition sagt, die meisten Einwohner hätten überhaupt keine Ahnung, was da auf sie zukomme, berichtet Vísir.

Experimente neben dem Wohngebiet
In der Einleitung der Petition auf island.is heisst es, noch immer herrsche Ungewissheit über den Erfolg und über die Auswirkungen des Projektes auf Bewohner und Natur. „Wir halten es für inakzeptabel, dass solche Experimente und Aktivitäten so nahe an einem Wohngebiet stattfinden, und fordern den Stadtrat von Hafnarfjörður auf, die Pläne fallenzulassen oder zumindest die Entscheidung über das laufende Projekt den Einwohnern im Rahmen einer Bürgerabstimmung zu überlassen.“
Derzeit sammle man sich, um den Protest zu stärken, sagt Rangar Þór Reynisson, der die Petition ins Leben gerufen hat. „Das Projekt ist viel grösser als ich gedacht hatte. Das wird am Ende viel näher am Ort liegen. Immer mehr Fragen kommen auf, je mehr man sich damit beschäftigt,“ erklärt er und nennt als Beispiel die Auswirkungen auf den Grundwassserspiegel, der steigen oder sinken kann.
„Wir sehen dann einen Grundwasserfluss ins Meer, dort wo sie riesige Wassermengen holen, um sie ins Erdreich zu pumpen. Das scheint dann nicht mehr zurückzukommen, was Auswirkungen auf den Salzgehalt im Meerwasser und auf die Meerestemperatur in Küstennähe hat.“ Wenn die Natur in Gefahr sei, halte er Ungewissheit für inakzeptabel und verlangt mehr Informationen und eine Abstimmung der Anwohner. Bei einer Bürgerversammlung sei es hoch hergegangen, zumal es ja auch um einen Grossausbau des Frachthafens von Straumsvík gehe. Da fehle es allerdings an Geld.

Keine Auswirkungen auf die Natur
Sandra Ósk Snæbjörnsdóttir, die leitende Wissenschaftlerin bei Carbfix und Heiða Aðalsteinsdóttir, die Leiterin des Planungs- und Umweltressorts bei Carbfix, hatten im Juni in einem Interview angegeben, man habe vollstes Verständnis dafür, dass das Projekt Fragen und Besorgnis verursache. Man sei dankbar, die Fragen beantworten zu können. Es sei aber äusserst unwahrscheinlich, dass das Projekt Auswirkungen auf Grundwasser, Natur und Fauna habe. Im Jahr 2021 hatte Carbfix rund 600 Arbeitsplätze in Verbindung mit dem Grossprojekt in Aussicht gestellt.

Europas Umweltverschmutzung nach Island
Carbfix betreibt die CO2-Versenkung bereits seit dem Jahr 2012 auf der Hellisheiði. Das Projekt in Straumsvík sollte zunächst für die Emissionen des Aluminiumwerkes genutzt werden, doch reichen diese Emissionen nicht aus, und so entstand die Idee, mit CO2-Lieferungen aus dem Ausland profitabel arbeiten zu können. Im vergangenen Jahr hatte es gehiessen, dass Carbfix 75 Milliarden Liter Grundwasser benötigen werde, um drei Milliarden zu importierende Tonnen CO2 zu binden. Diese Wassermenge ist 50% höher als der Gesamtwasserverbrauch aller Hauptstadtbewohner (darunter fällt auch die Beheizung sämtlicher Gebäude).

Die drei Milliarden Tonnen CO2 sollen per Schiff von Europa nach Island gebracht und im sogenannten Coda Terminal bei Straumsvík bis zur Einbringung ins Gestein zwischengelagert werden. Landvernd hatte im letzten Jahr verlangt, das Projekt als “Bergbau” zu deklarieren.
Einwände des isländischen Naturkundeinstitutes kann man hier nachlesen.

 

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