Impfung gegen infektiöse Lachsanämie in Arbeit Skip to content
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Photo: Salmon farming.

Impfung gegen infektiöse Lachsanämie in Arbeit

Es steht zu erwarten dass es in den Ostfjorden demnächst erste Impfversuche gegen die ansteckende Blutarmut der Lachse (ISA, infectious salmon aneamia) geben wird, berichtet RÚV. Nachdem im vergangenen Jahr die Krankheit zum ersten Mal festgestellt worden war, überlegt man nun, die Fische dagegen zu impfen. ISA sollte damit in der isländischen Lachszucht keine grossen Probleme verursachen, wenn rechtzeitig per Impfung vorgesorgt werden kann. Auf den Färöerinseln, in Kanada und in einigen Gegenden von Norwegen und Chile hat man damit berets gute Erfolge erzielen können.

Das ursprüngliche Virus kommt in wilden Lachsen vor. In Zuchtbecken kann es sich jedoch verändern und die ansteckende Anämie im Bestand verursachen. Das veränderte Virus hingegen hat bisherigen Erkentnissen zufolge noch keine wilden Lachse erkranken lassen.
Nachdem in Reyðarfjörður in drei Zuchtbecken Fälle von ISA gefunden worden waren, war der Betrieb befristet stillgelegt worden. Die Unternehmen Laxar und Fiskeldi Austfjarða bereiten derzeit einen Antrag auf Versuchsimpfung gegen das Virus vor.

Impfstoff für Ostfjorde muss erst hergestellt werden
Gísli Jónsson, der Fischexperte bei MAST, sagt bislang habe es in Island keine Genehmigung für diese Impfung gegeben, weil das Virus nicht vorgekommen sei. Doch nun habe sich die Lage geändert. Er rechnet damit dass dem Antrag der beiden Unternehmen stattgegeben wird. Bis dahin ist allerdings noch einiges zu erledigen.
Bislang hatte es in Island nur Impfungen gegen bakterielle Infektionen gegeben. Der norwegische Impfstoffhersteller bietet nur eine Impfstoffmischung gegen mehrere Krankheiten an, die in Island noch nicht diagnostiziert worden sind. Daher muss erst um ein Ostfjord-spezifisches Präparat verhandelt werden, welches gegen bakterielle Infektionen und gegen genau dieses Virus wirksam ist. Mit dem Impfstoff wird dann der Laich in einem speziellen Apparat geimpft. Gísli zufolge ist es zu spät um den Laich, der im Sommer ausgesetzt wer soll, jetzt noch zu impfen. Doch hoffe man, die Brut impfen zu können, die im Sommer 2023 ausgesetzt wird.

Ansteckung durch Equipment ist denkbar
Die Zuchtanlage bei Vattarnes im Reyðarfjörður war die einzige, die sich nach dem Befall der anderen beiden Anlagen noch in Betrieb befindet. Man hatte gehofft, dass Vattarnes von dem Virusbefall verschont wird, weil sie 13 Kilometer von den anderen entfernt lag, doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht.
“Wir gehen davon aus dass die Infektion sehr wahrscheinlich zwischen den Gebieten, wo sie zum ersten Mal aufgetreten ist, weitergetragen wurde, möglicherweise sogar mit Ausrüstungmaterial hier innerhalb des Fjordes zwischen den Betrieben. Das ist eine Möglichkeit, aber das müssen wir noch näher untersuchen. Der Schaden besteht darin, dass wir keine erwachsenen Fische schlachten, um die 5,5 Kilo, wie wir das gerne hätten. Wir schlachten kleinere Fische, und das macht wohl den grössten Schaden aus,” sagt Jens Garðar Helgason, der stellvertretende Unternehmensleiter von Laxar.

Die beiden Unternehmen Laxar und Fiskeldi Austfjarðar hatte ihre Zuchtbecken nach der Reinigung drei Monate lang ruhen lassen müssen. Es gibt jedoch noch eine weitere Zuchtanlage im benachbarten Berufjörður. Der Unternehmensleiter glaubt nicht, dass die Infektion sich dorthin überträgt, zumal man anderes Ausrüstungsgerät benutze. Die Angelegenheit sei jedoch eine Katastrophe, weil man grosse Wachstumspläne für die kommenden Jahre hege.

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