Gesetz erlaubt provisorische Lizenzen für Aquakultur

 In Wirtschaft

Das isländische Parlament hat in der vergangenen Mittwochnacht im Eilverfahren ein Gesetz verabschiedet, welches dem Ministerium für Fischerei erlaubt, provisorische Genehmigungen für Aquakulturunternehmugen zu erteilen, berichtet RÚV. Für die Vorlage stimmten 45 Abgeordnete, sechs enthielten sich der Stimme.

In der Woche zuvor hatte die isländische Umweltbehörde Betriebsgenehmigungen für die Unternehmen Arctic Sea Farm und Fjarðarlax zurückgezogen, beide Unternehmen betreiben Aquakultur in den Westfjorden im Umfang von 17,5000 Tonnen Fisch in offenen Meeresbehältern.

Naturschutzverbände und Landbesitzer hatten sich vehement öffentlich gegen die Betriebsgenehmigungen der beiden Unternehmen ausgesprochen und ihre Besorgnis wegen Umweltverschmutzung und der zunehmenden Ausbreitung von Zuchtlachsen in Angelflüssen im ganzen Land geäussert.

Fischereiminister Kristján Þór Júlíusson sagte bei der Abstimmung, er sei dankbar für die schnelle Reaktion des Parlamentes auf eine Angelegenheit, die, wie er sich ausdrückte, “an einem toten Punkt angekommen ist. Mit der heutigen Vorlage des Parlamentes ist sie wieder belebt worden und nicht mehr länger ein Flaschenhals, sondern ein offener Weg, der uns die Möglichkeit gibt, das in Island weiter aufzubauen, auf der Basis einer transparenten und guten Führung.”

Die Abgeordneten die für das Gesetz stimmten, äusserten ihre Unterstützung für die strukturschwachen Gemeinden in den Westfjorden.

“Mit diesem Gesetz senden wir die Botschaft, dass Aquakultur in Island weiterhin vorangebracht wird,” sagte der Abgeordnete der Unabhängigkeitspartei, Teitur Björn Einarsson. Die Regierung setze sich für “Menschen, ihr Wohlergehen und Möglichkeiten für Selbsterhalt ein.”

Die Parlamentarier, die sich der Stimme enthielten, sagten, sie respektierten das Projekt, seien jedoch sehr unzufrieden mit dem Vorgang, sie hätten mehr Zeit zur Entscheidungsfindung gebraucht.

Sozialdemokrat Guðmundur Andri Thorsson enthielt sich der Stimme. Er drückte seine Enttäuschung darüber aus, wie die Angelegenheit behandelt worden sei, und auch über die Interventionsmöglichkeit, die das Gesetz vorsieht.

“Wir schulden es der isländischen Natur, uns selber, und der Zukunft, unser Bestes zu tun, nicht zuletzt, wenn es um Projekte geht, die tiefe Auswirkungen auf unser Land haben,” sagte er. Manchmal komme es ihm vor, als ob man in Island von Tag zu Tag improvisiere.

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