Wildcampen: die anscheinend unendliche Geschichte Skip to content

Wildcampen: die anscheinend unendliche Geschichte

In den letzten Wochen müssen wir leider immer wieder von Urlaubern berichten, die wild campen, sogar an öffentlichen Orten. Im jüngsten bekanntgewordenen Fall campten zwei Leute auf dem Parkplatz der Universität von Reykjavík.

Parkplatz der Universität von Reykjavík, wo allem Anschein nach zwei Urlauber übernachteten. Quelle: Facebook/Þorbjörg Helga Vigfúsdóttir.

Vor knapp zwei Wochen entdeckte eine Jogging-Gruppe, die sich zum Frühsport traf, von einer Touristengruppe, die auf dem Gelände der Grundschule Krikaskóli in Mosfellsbær schlief.

„Sie schliefen nicht mal auf dem Gras, sondern auf dem Betonboden bei den Müllcontainern. Ich frage mich, ob man Campingplätze besser ausschildern sollte oder so“, meinte Joggerin Kristín Einarsdóttir gegenüber Morgunblaðið.

Touristen in Schlafsäcken bei der Grundschule Krikaskóli am Morgen des 10. Juli. Quelle: Droplaug Magnúsdóttir.

Am selben Morgen beobachtete Jóna Dís Bragadóttir aus Mosfellsbær eine weitere Campinggruppe auf dem Parkplatz des Sport- und Schwimmzentrums Varmá.

Campingausrüstung, darunter ein Trockengestell, auf dem Parkplatz des Varmá Sport- und Schwimmzentrums. Quelle: Facebook/Jóna Dís Bragadóttir.

Solch Verhalten scheint an einem weitverbreiteten Missverständnis zu liegen, was die Camping-Gesetze Islands betrifft.

Während es legal, wenn auch nicht empfohlen ist, irgendwo im ländlichen Hinterland wein Zelt aufzuschlagen, so gilt dies keineswegs auf städtischem Gebiet.

„Es ist nicht erlaubt, in Zelten, Wohnmobilen, Wohnwagen auf öffentlichem Gelände innerhalb von Stadt- oder Ortsgrenzen zu übernachten, mit Ausnahme von speziell gekennzeichneten Campingplätzen“, steht in einer Polizeiverordnung zum Thema zu lesen.

Zum Thema des illegalen Campens gesellt sich zwangsläufig das Thema Stuhlgang.

„Island wurde als ein Ort vermarktet, an dem man für nichts bezahlen muss“, sagte Ásdís Kristjánsdóttir, Chefin des Gullfoss Cafés, vergangene Woche gegenüber Morgunblaðið.

„Wenn keine Wache am Toiletteneingang steht, springen Leute einfach über das Drehkreuz. Unser Problem ist, dass niemand den Wachtposten beziehen möchte, weil die Touristen so unhöflich gegenüber den Aufsehern sine. Wir haben junge Männer, die es nicht tun wollen, weil die Urlauber verbal ausfallend werden. Sie brüllen sie an, weil sie bezahlen müssen, denn alles soll kostenlos sein in Island.“

René Biasone, Berater der Energieagentur Islands, steht Gebühren an beliebten Touristenorten positiv gegenüber. „Die Einnahmen aus Toilettengebühren fließen vor allem in Klopapier. Ich habe gehört, dass allein das Toilettenpapier jedes Jahr Millionen [Kronen] kosten kann, und dass die Gebühren die Kosten oft nicht decken.“

Ásdís sagt, sie sei vielen Urlaubern begegnet, die gegen Toilettengebühren sind und sich dafür entscheiden, ihr Geschäft lieber draußen zu erledigen, als zu bezahlen.

„Ich habe Mitarbeiterhütten beim Café, und da gibt es oft Reisende, die dahinter urinieren oder ihr großes Geschäft machen. Die Mitarbeiter sehen es und klopfen ans Fenster, aber viele grinsen einfach und laufen weg.“

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