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Wenn Katla vor Wut bebt

Vergangenen Donnerstag kam es wieder zu einer Serie von Erdbeben im Gebiet des Vulkans Katla. Die Beben hatten eine Stärke von zwei bis drei auf der Richterskala. Es handelte sich aber nicht, wie auf der Vulkan-Webpage von Jón Frímann auf Englisch zu lesen war, um harmonischen Tremor.

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Mýrdalsjökull. Foto: Páll Stefánsson.

Wenn die Seismographen wie im September harmonische Beben anzeigen, deutet dies auf unterirdische Magmabewegungen hin oder auf das Entweichen von vulkanischen Gasen aus dem Magma. Allerdings können die seismographischen Aufzeichnungen durch Wettereinflüsse, insbesondere Stürme, verfälscht werden. Fünf Seismographen-Stationen überwachen das Katla-Gebiet.

Die äusserst aktive Katla, die unter dem Gletscher Mýrdalsjökull verborgen liegt, hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Menge Gletscherläufe produziert, der letzte hatte im Juli dieses Jahres die Ringstrassenbrücke über den Fluss Múlakvísl zerstört.

Der letzte grosse Aschenausbruch der Katla aber fand vor fast einem Jahrhundert im Oktober 1918 statt. Mehrwöchige Ausbrüche, ein enormer Aschenauswurf begleitet von Blitzen und Donner sowie gefährliche Gletscherläufe sind die Spezialität der Katla.

Nach der Sage war Katla einst Haushälterin im Augustinerkloster Thykkvabaejarklaustur östlich des Mýrdalssandur. Die zauberkundige Frau besass eine Hexenhose, mit der man so schnell laufen konnte, wie man wollte. Der Schafhirt Bardi lieh sie sich heimlich aus, um Schafe einzutreiben. Vor Wut darüber ertränkte ihn Katla im Molkefass.

Als gegen Ende des Winters die Molke fast ausgetrunken war, sprach Katla: „Senn bryddir á Barda“ (Bald kommt Bardi zum Vorschein), zog ihre Hexenhose an, rannte in Richtung Gletscher und verschwand in ihm. Kurz darauf stürzten Wassermassen unter dem Eis hervor und auf das Kloster zu. Katlas Worte wurden zur Redewendung im Sinne von „Bald fliegt der Schwindel auf“.

Diese Volkssage, Verweise aus Edda und Sagas auf die Aktivität der Katla, interessante Zeitzeugenberichte über die Ausbrüche ab dem 16. Jahrhundert hat Werner Schutzbach in seinem 2005 in Reykjavík erschienenen Band „Katla. Geschichte eines isländischen Vulkans“ zusammengetragen. Das Buch ist in isländischen Buchhandlungen und über www.islandbuecher.de erhältlich.

Hier lesen Sie mehr zur seismischen Aktivität von Kalta und den Spekulationen um einen bevorstehenden Ausbruch.

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