Wal-Skelett sucht Heimat Skip to content

Wal-Skelett sucht Heimat

Die Frage, wo das Skelett eines Blauwals, der 2010 auf Skagi in Nord-Island an Land getrieben wurde, in Zukunft aufbewahrt wird, ist noch immer nicht geklärt. Mehrere Institutionen beanspruchen die Knochen aus ganz unterschiedlichen Beweggründen für sich.

walbeobachtung_knorrinn_gabDas erste Boot, das 1995 für Walbeobachtungsfahrten eingesetzt wurde (und auch heute noch wird), ist Knörrinn. Daneben Schoner Opal, der erst seit diesem Jahr die Skjálfandi-Bucht ansteuert. Foto: Gabriele Schneider.

Das Walmuseum in Húsavík will es haben, das Isländische Institut für Naturgeschichte erklärte bereits, es müsse in seinem geplanten Naturkundemuseum in Perlan in Reykjavík ausgestellt werden.

Im April mischte sich die damalige Bildungsministerin Katrín Jakobsdóttir in die Diskussion ein, erklärte, nicht das Institut für Naturgeschichte habe zu bestimmen, wohin das Skelett gehe, sondern ihr Ministerium.

Sie kündigte an, ein erneutes Gespräch mit dem Walmuseum sei denkbar, sobald der Trocknungsprozess der Knochen abgeschlossen sei. In Húsavík beabsichtigt man, dem Walmuseum für das Blauwal-Skelett Raum hinzuzufügen, um es vollständig unterzubringen und der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.

Inzwischen hat Island eine neue Regierung, aber die Frage, wo der Wal einmal dauerhaft aufbewahrt und ausgestellt werden wird, ist noch immer nicht geklärt.

Örlygur Hnefill Örlygsson, Leiter des Tourismusverbands Húsavík und Chef eines Hotels in der Stadt äußerte sich nun auf visir.is (12. Juni) warum er Húsavík für den geeigneten Standort hält.

Örlygur erklärte, die Geschichte der Walbeobachtung in Island habe 1995 [mit einem Familienunternehmen und einem Boot] in Húsavík begonnen, und bereits im ersten Sommer hätten 2.000 Touristen das damals einmalige Angebot in Anspruch genommen.

Die Entwicklung in den kommenden Jahren sei rasant gewesen, aktuell kämen pro Jahr fast 70.000 Frauen, Männer und Kinder zur Walbeobachtung nach Húsavík. Heute sind es drei Unternehmen mit 14 Booten, die Walbeobachtungs-Touren in die Skjálfandi-Bucht anbieten: www.northsailing.is; www.gentlegiants.is; und www.salkawhalewatching.is.

„Erst die Walbeobachtung machte unsere kleine Stadt zu einem sichtbaren Punkt auf der Landkarte“, so Örlygur. Húsavík bedeute für Urlauber heute nicht mehr nur einen kurzen Zwischenstopp auf dem Weg nach Ásbyrgi, sondern sei zum eigentlichen Ziel für Touristen und zum Bestandteil vieler Reiserouten geworden.

Zudem verfüge Húsavík seit 1997 über ein Walmuseum mit umfassendem Aufklärungs- und Informationsmaterial über Wale und Walkultur.

„Das Walmuseum […] ist das einzige seiner Art im ganzen Land und eines der wenigen solcher Museen weltweit“, erörterte Örlygur. Im Museum befinden sich Skelette von acht Walarten sowie Informationen zur Geschichte und Biologie der Wale vor den Küsten Islands, aber auch von Walen in aller Welt.

„Das Museum hat seit seiner Gründung zahlreiche internationale Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten“, bemerkte Örlygur. Es arbeite eng mit einem Forschungszentrum zusammen, das die Universität von Island neben dem Museum eingerichtet hat. In- und ausländische Wissenschaftler und Studierende forschten dort über Wale und andere Meeressäuger.

„Im Sommer schaffen die Wale in der Stadt 143 Arbeitsplätze“, rechnete Örlygur vor. Enthalten seien darin nur Stellen bei Walbeobachtungs-Unternehmen, im Walmuseum und dem Forschungszentrum. Nicht eingerechnet seien mit der Walbeobachtung eng verbundene Arbeitsplätze, die ebenfalls zur Zufriedenheit zehntausender von Kunden beitragen, etwa Geschäfte und Restaurants.

„Ich wage zu behaupten, dass kein Ort auf der Welt so stark von der Bereitstellung von Informationen über Wale getragen wird wie wir hier in Húsavík“, so Örlygur. Ich hoffe, dass das Walmuseum die Möglichkeit bekommt, in den kommenden Jahren weiter zu wachsen und zu gedeihen, um damit das in Sachen Bildung führende Walmuseum Europas zu werden“, schloss Örlygur.

Hier und hier sind ältere Meldungen zum Thema.

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