Vulkanausbruch nördlich des Dyngjujökull Skip to content

Vulkanausbruch nördlich des Dyngjujökull

In der vergangenen Nacht um 00.02 hat sich im neun Kilometer nördlich des Dyngjujökull gelegenen Lavafeld Holuhraun ein Vulkanausbruch ereignet, berichtet ruv.is. Aus einer ca. ein Kilometer langen Erdspalte, etwa 15 Kilometer von der Askja entfernt, quoll dünnflüssige Lava an die Erdoberfläche und strömte über das Land. Der Ausbruch war von der Webcam aufgezeichnet worden. Noch in der Nacht war ein Flugverbot über das Vulkangebiet des Bárðarbunga verhängt worden, es konnte jedoch am Morgen gelockert und von rot auf orange gesetzt werden, da keine Ascheemission freigesetzt wird. Alle Flughäfen auf der Insel bleiben geöffnet, der Flugverkehr ist bislang ungestört.

Die Lava ist von der Spalte aus südöstlich gelaufen und hat weiße Dampfwolken in den Himmel geschickt, berichtet ruv.is. Die Dampfentwicklung könnte auf eine Berührung der Lava mit Oberflächenwasser oder Grundwasser zurückzuführen sein. Auch Gase werden bei einer Eruption aus der Lava freigesetzt.

Die seismische Aktivität der Region ist durch den Drucknachlass nach der Eruption seit der Nacht etwas zurückgegangen. Doch im Intrusionsgang, der sich vom Dyngjujökull aus in Richtung Askja gebildet hatte, sind zwischen der Eruptionsstelle im Holuhraun und dem Dyngjujökull immer noch Beben bis zu einer Stärke von 3,8 aufgezeichnet worden.

Der Ausbruch ereignete sich in einer unbewohnten Gegend des Hochlandes, es gibt keine Hinweise auf Aschefall oder eine Gefahr für die Bevölkerung.

Der Geophysiker Magnús Tumi Guðmundsson hatte den Ausbruch am Morgen als “halben Unfall” bezeichnet, berichtet ruv.is. In den vergangenen Tagen habe sich gezeigt, dass der Intrusionsgang dicht unter der Erdoberfläche liege und er in der Nacht sozusagen geplatzt sei. Der Ausbruch habe aber nur wenig Auswirkung auf den Gang, welcher immer noch von Erdbeben geschüttelt wird. Auch Magma laufe stetig nach. Man müsse damit rechnen, dass dies nur der Anfang einer anhaltenden Aktivität sei.

Der Journalist und Umweltaktivist Ómar Ragnarsson hatte bei einem Rundflug am Vormittag die beeindruckenden Fotos vom Vulkanausbruch aufgenommen, das Video im Link stammt von Hjalti Stefánsson. Ómar bezeichnete die Eruption als Kunstwerk der Natur und als echten „Touristenausbruch“.

Der isländische Zivilschutz bereitet sich indes auf sämtliche Szenarien vor. Die Gefahr bestehe, so Rögnvaldur Ólafsson, Projektleiter beim Zivilschutz, dass Schaulustige sich schlecht ausgerüstet auf den Weg ins Hochland machen, um die Ausbruchsstelle zu besuchen. Ähnliches hatte sich im Jahr 2010 beim Ausbruch des Fimmvörðuháls ereignet. Da auch weiterhin Lava aus der Spalte ströme, müsse man auf alles gefasst sein.

Die Straßensperren werden weiterhin von Mitglieder der Rettungsteams bewacht. Ihren Anweisungen ist per Gesetz Folge zu leisten.

Hier finden Sie einen Zusammenschnitt des Ausbruchs aus der Webcam, und hier die ersten Fotos vom Flugzeug der Küstenwache.

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