Trümmersammeln nach dem Sturm Skip to content

Trümmersammeln nach dem Sturm

In diesen Stunden legt sich der Sturm im Süden und Westen und zieht nach Norden und Nordwesten weiter, in der zweiten Tageshälfte soll sich das Wetter dann erst mal beruhigen, heisst es bei vedur.is

Auf dem Hof Káraneskót in Bezirk Kjós in Westisland fegte der Sturm heute morgen einen kompletten Schafstall vom Erdboden hinweg, während das Landwirtspaar beim Melken im 500 Meter weiter entfernten Kuhstall war. Auch die Gerätescheune wurde schwer beschädigt. Die ca. 50 Schafe konnten auf die Weide entkommen, nun liegt überall Holz verstreut, doch einen neuen Schafstall wird es wohl erst im Sommer geben, sagt Bauer Guðmundur Magnússon von Káranesi, der heute auf jeden Fall zumindest seine Scheune notdürftig reparieren will.

Auf dem Hof Sigtún im Eyjafjörður warf eine Sturmbö einen Heutrocknungsturm auf die Scheune. Der Turm war aus Metall und seit über zehn Jahren nicht mehr in Benutzung. Der Bauer hatte sich ebenfalls im Kuhstall beim Melken aufgehalten, als während der Bö zunächst Steine ins Fenster flogen, dann gab es eine explosionsartigen Knall und der Strom fiel aus. 80 junge Rinder befanden sich im Stall, alle kamen mit einem Schrecken, aber unverletzt davon. Bauer Sigurgeir Pálsson sagt, er glaube nicht dass der Turm umgestürzt wäre, wenn er voller Heu gewesen wäre.

In Reykjavík stürzte ein 15 Meter hoher Baum auf eine Garage, ein Nachbar, der gerade Mülltonnen sicherte, entkam wie durch ein Wunder.

Der Reykjavíker Vorort Mosfellsbær steht halb unter Wasser, nachdem Schmelzwasser den örtlichen Fluss Varma hatte anschwellen lassen.

In Reykjavík selbst hatte die Hauptverkehrsader Miklabraut zwischenzeitlich gesperrt werden müssen nachdem Metallteile und Einkaufswagen wie Artilleriegeschosse umhergeflogen waren. Das Dach des Kinozentrums Egilshöll in Grafavogur wurde beinahe komplett abgedeckt. Der Reykjavíker Stadtbus hatte wetterbedingt seinen Betrieb zwischen 9 und 12 Uhr eingestellt.

In vielen Orten Süd- und Westislands hatten die Rettungsmannschaften seit den Morgenstunden alle Hände voll zu tun, umherfliegende Gegenstände und Dachplatten zu sichern. Elf Stromzwischenfälle ereigneten sich in den sechs Stunden seit Beginn des Sturm, die Reparaturmannschaften der Energieversorger sind immer noch im Einsatz.

An einigen Stellen in Reykjanesbær und auf der Mosfellsheiði hatte der Sturm Asphaltteile von der Strasse gefräst, hier im Video zu sehen (Lautstärke regulieren!).

Die alten Trockenfischständer bei Grotta in Seltjarnares wurden wie Kartenhäuser umgemäht.

In Isafjörður in den Westfjorden wurde wegen akuter Lawinengefahr die Gefahrenstufe ausgerufen und fünf Wohnhäuser im Gefahrenbereich geräumt. Für den Rest der Westfjorde gilt die Vorsichtsstufe. Im ganzen Land muss durch die heftige Schneeschmelze mit Schneematsch- und Schlammlawinen, sowie mit Überschwemmungen gerechnet werden. Schotter- und Feldwege können befahrbar aussehen, sich aber als nicht befahrbar herausstellen. Bleiben Sie also lieber auf aspahltierten Wegen.

Über 450 Einsätze sind von den Freiwilligen der nationalen Rettungsorganisation Landsbjörg in den vergangenen Stunden gefahren worden, sagte Landsbjörg-Sprecherin Ólöf Snæhólm Baldursdóttir in den Mittagsnachrichten. Die Notruflinie 112 in Reykjavík ist überlastet, in wirklich dringenden Notfällen wird auf die Nummer 570 2080 verwiesen.

Hier und hier können Sie Videos vom Sturm in Reykjavík und von den Fluten in Mosfellsbær anschauen.

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter

Recommended Posts