Tölt – oder der Knoten in den Beinen Skip to content

Tölt – oder der Knoten in den Beinen

Wer die Gänge von normalen Pferden gewöhnt ist, wird sich schwertun, Tölt vom Trab zu unterscheiden und zu verstehen, wie die Pferdebeine da eigentlich unterwegs sind.

Der Tölt ist eine genetisch verankerte, natürliche Gangart, die das Islandpferd in der Regel schon als Fohlen zeigt. Die Ausprägung des Tölts ist von Pferd zu Pferd verschieden und von vielen Faktoren abhängig. Eine fachgerechte, schonende Ausbildung des Pferdes legt wichtige Grundsteine für einen Tölter, der durch die Gangart weder gestresst werden noch sich verspannen soll.

Manche Pferde brauchen für den Tölt nicht nur körperliche, sondern vor allem geistige Reife, und ein guter Ausbilder wird solchen Pferden noch mehr Zeit geben. Das Ziel ist, den Tölt mit der gleichen lockeren Leichtigkeit zu reiten wie alle anderen Gangarten.

Tölt ist ein Viertakt, der sich am ehesten in den Worten „zicke-zacke“ wiederfindet. (Trab würde man sprachlich als „zick-zack“ umsetzen.) Die Beine des Pferdes setzen in gleichmäßigem Takt nacheinander auf, gut zu erkennen an dieser Skizze:

fussfolge-toelt-taktklarQuelle: taktklar.de.

Der Viertakt kann sich rhythmisch zum Trab hin verschieben, oder zum Pass. Hinter solch einer Taktstörung können die Gene oder Ausbildungsmängel stecken. Wo das Auge des Betrachters durch die schnellen Beine verwirrt ist, lässt sich das Ohr nicht so leicht täuschen und taktklarer Tölt ist daher am ehesten am Geräusch wahrzunehmen.

Der Reiter sollte mehrere Tempi beherrschen: das Arbeitstempo, in welchem er etwa 200 Meter in einer Minute bewältigen oder mühelos eine Volte reiten kann, das Mitteltempo und das Starke Tempo. In der Regel gilt, je langsamer das Tempo, desto schwerer für’s Pferd, denn die nötige Fähigkeit, sich zu versammeln, ist nicht nur Kraftsache, sondern auch eine Frage der Balance.

Das Starke Tempo ist bei Turnieren meist der spektakulärste Prüfungsteil, weil die Pferde scheinbar mühelos dahinfliegen. Hinter der Mühelosigkeit steckt jedoch harte Trainingsarbeit, und weil das Tempo sehr anstrengend ist, wird es nur auf kurzen Strecken gezeigt.

Die bei den Zuschauern ebenfalls beliebte Prüfung „Tölt am losen Zügel“ (Zügelüberstreichen) soll die Fähigkeit des Islandpferdes unter Beweis stellen, auch ohne Zügeleinwirkung in guter Aufrichtung taktklaren Tölt zu zeigen. Manipulationen wie ruckartige Zügelparaden oder Sitzen auf der Sattelkante sind abzulehnen.

Hier sehen Sie Videoaufnahmen aus den Finals des Íslandsmót vom 14. Juli.

Vorgestellt werden nacheinander die Prüfungen Tölt, Tölt am losen Zügel, Viergang und Fünfgang.

DT

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter