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Streit um Blauwalskelett vorbei – zumindest vorerst

Das Skelett eines Blauwas, das 2010 in Skagi, Nordwest-Island gefunden wurde, nachdem er dort gestrandet und gestorben war, wird nun doch im Walmuseum in Húsavík ausgestellt. Vertreter des Isländischen Museums für Naturgeschichte (NMSÍ) drückten ihr Missfallen an der Entscheidung aus, wie RÚV berichtet.

Vergangenen Montag erhielt der Leiter des Instituts für Naturgeschichte einen Brief des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, in dem er aufgefordert wurde, mit dem Walmuseum in Húsavík über die Lagerung und Präsentation des Blauwal-Skeletts „für einen gewissen Zeitraum“ zu sprechen.

Premierminister Sigmundur Davíð Gunnlaugsson hatte diesen Plan bereits vergangenen Oktober bei einem Treffen der Fortschrittspartei im Bezirk Fljótsdalshérað in Ost-Island angekündigt.

Damals plante das NMSÍ, das Skelett in der Perlan auszustellen.

Die frühere Regierung aus Sozialdemokraten und Links-Grünen hatte ISK 400 Millionen bereitgestellt, um dieses Projekt zu finanzieren, als jedoch im Mai 2013 die aktuelle Regierung aus Fortschritts- und Unabhängigkeitspartei die Geschäfte übernahm, wurden diese Pläne gestoppt.

NMSÍ stellte neue Bemühungen an, um das Projekt zu finanzieren, sodass viele überrascht waren, als sie im letzten Jahr die Pläne des Ministerpräsidenten vernahmen.

Nun wird der Blauwal also nach Norden reisen.

NMSÍ-Chef Hilmar J. Malmquist veröffentlichte in einer Erklärung auf den Internetseiten seines Museums sein Missfallen an der Entwicklung.

Vísir sprach mit Bildungsminister Illugi Gunnarsson, der sagte, er habe drei unabhängige Bewertungen zur Angelegenheit erhalten: je eine vom Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen, vom Isländischen Institut für Naturgeschichte und vom NMSÍ. Von den dreien sei lediglich einer gegen die Entscheidung gewesen: das NMSÍ.

„Ich sagte allerdings im Parlament und anderswo auch, dass, sobald das Museum für Naturgeschichte eine dauerhafte Unterbringung gebaut hat, geplant ist, das Artefakt zurück [in den Süden] zu holen und einen Abguss im [Whale Museum im Norden] zu behalten“, erklärte Illugi gegenüber Journalisten.

Bergsveinn Þórsson, der Vorsitzende der Isländischen Museums-Vereinigung (FISOS), drückte seine Zustimmung zur Entscheidung aus.

Während er letztlich glaube, ein Artefakt von so großer kultureller und wissenschaftlicher Bedeutung wie das Blauwal-Skelett sollte im wichtigsten Naturkundemuseum des Landes, dem NMSÍ aufbewahrt werden, doch sei es besser, es im Walmuseum auszustellen und zu verwahren, bis klar ist, ob das NMSÍ in der Lage ist, das Ausstellungsstück ordnungsgemäß aufzubewahren und sich um es zu kümmern.

In seinem Antrag an den Regierungsausschuss, der sich mit der Zukunft des Skeletts beschäftigt, schlug das Walmuseum in Húsavík eine recht unkonventionelle Form der Ausstellung der Knochen vor:

Anstatt den Wal an der Decke aufzuhängen, dabei die Knochen so angeordnet, wie sie wären, würde der Wal noch leben, ist der Plan, sie in schwarzem Sand auszulegen, so, wie sie waren, als sie am Strand von Skagi gefunden wurden.

Auf diese Weise, so die Verantwortlichen des Museums, könnte eine andere Geschichte als normalerweise erzählt werden, nämlich eine, die das Zusammenspiel verschiedenster Naturkräfte dokumentiere.

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