Schwedische Experten: Islands Verteidigungspolitik in der Krise Skip to content

Schwedische Experten: Islands Verteidigungspolitik in der Krise

Die schwedische Abwehrorganisation FOI veröffentlichte am Mittwoch letzte Woche einen 30-seitigen Bericht über Islands strategische Lage und kam zu dem Schluss, dass das Land sich derzeit in drei Krisen gleichzeitig befindet: wirtschaftlich, politisch und verteidigungspolitisch.

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Sitz der US-Truppen in Keflavík. Foto: Páll Stefánsson.

In dem Bericht heisst es dass nach 65 jähriger militärischer Präsenz der Abzug der US-Truppen im Jahr 2006 die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik Islands drastisch verändert habe.

Das Land ist NATO-Mitglied, ohne eine eigene Armee zu besitzen, nur eine Küstenwache ist im Einsatz. Islands Status als unbewaffnetes Land müsse neu definiert werden in einer Zeit, wo andere Staaten ihre militärische Zusammenarbeit durch Truppenübungen in nordischen Regionen verstärkten, berichtet das Fréttabladid.

Die Schliessung der Militärbasis hatte die Menschen damals gespalten – manche waren über die Entscheidung verbittert gewesen, andere hatten sie gefeiert.

Seit dem Jahr 2006 gibt es in und um Island herum verstärkte militärischen Aktivität, etwa strategische Flüge der Russen bis dicht an de isländischen Luftraum. Dies schaffe Unsicherheit hinsichtlich russischer Motive, heisst es in dem Bericht.

Die schwedischen Experten, die für den Bericht mit eine Reihe von Fachleuten und Regierungsvertreter gesprochen hatten, kommen zu dem Schluss, dass viel politische Energie in den Kampf gegen die Wirtschaftskrise investiert wird. Die drängenden Aufgaben im Verteidigungs- und Sicherheitssektor hingegen würden vernachlässigt.

Politische Instabilität, Ablehnung und Misstrauen sei bei Politiker wie beim Volk festzustellen, und anders als in anderen nordischen Ländern seien Politiker nicht so erpicht darauf, in Streitfragen einen Konsens zu finden, was es erschwere, weitreichende und langfristige Lösungen zu finden.

Ruv.is ist es während der Recherchen zu dem Bericht nicht gelungen, den isländischen Aussenminister Össur Skarphédinsson oder einen neuer Vertreter zu sprechen.

Es gibt Verteidigungsabkommen Islands mit verschiedenen Ländern, doch man hatte die Nationale Abwehr nach dem Abzug der US-Truppen in 2006 geschlossen, weil die Wirtschaftskrise nach dem Bankenkollaps von 2008 Einsparungen erzwungen hatte.

DT

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