Schwarzer Kegel stößt in Reykjavík auf Widerstand Skip to content

Schwarzer Kegel stößt in Reykjavík auf Widerstand

„The Black Cone“ (dt.: Der schwarze Kegel), eine Skulptur des spanischen Künstlers Santiago Sierra, erbaut als Denkmal für zivilen Ungehorsam und inspiriert von den Massenprotesten nach dem Bankenzusammenbruch 2008, die auf dem Platz Austurvöllur vor dem Parlamentsgebäude in Reykjavík aufgestellt werden soll, hat sich als Quelle starker Kontroversen im Stadtrat entpuppt.

santiagosierra-blackcone_kn„The Black Cone“. Foto: Kremena Nikolova-Fontaine.

Sierra spendete sein Kunstwerk der Stadt unter der Voraussetzung, dass es ständig auf dem Austurvöllur steht. Abgeordnete der Besten Partei und der Sozialdemokraten, die die Mehrheit im Stadtrat darstellen, stimmten am vergangenen Dienstag dafür, dass „The Black Cone“ in der südwestlichen Ecke des Platzes aufgestellt wird, wie Hafþór Yngvason, Leiter des Reykjavíker Kunstmuseums, es vorgeschlagen hat, berichtet Fréttablaðið.

Mitglieder des Parlaments Alþingi drückten ihre entschiedene Ablehnung aus, das Kunstwerk auf dem Austurvöllur aufzustellen. Dem schloss sich die Minderheit des Stadtrats von Reykjavík an.

Kjartan Magnússon, Stadtrat der Unabhängigkeitspartei, beklagte, „The Black Cone“ sei ein Symbol für Gewalt; obwohl die meisten Demonstranten friedlich waren, gab es unter ihnen auch gewaltbereite Randalierer, die Polizeibeamte verletzten.

„Obwohl nur von einem kleinen Teil, so wurde doch eine rechtmäßig gewählte Regierung unter Androhung von Gewalt vertrieben“, erklärte Kjartan, und fügte hinzu, er hoffe, dass sich solche Ereignisse niemals wiederholen werden. „Ich sehe keinen Grund dafür, daran mit einem besonderen Denkmal zu erinnern. Zumindest könnte es woanders aufgestellt werden, nicht an dieser heiligen nationalen Stelle.“

Sóley Tómasdóttir von den Links-Grünen sagte bei der Stadtratssitzung am Dienstag, es sei positiv, Kunst und zivilen Ungehorsam miteinander zu verknüpfen.

Ziviler Ungehorsam sei wichtig für die Gesellschaft, sagte Sóley, doch sie missbilligte die Methoden des Künstlers, etwa, Menschen aus den untersten Gesellschaftsschichten dafür zu bezahlen, sich für erniedrigende Handlungen herzugeben. Kjartan stimmte dem zu.

Im Frühling wird in Reykjavík ein neues Stadtrat gewählt. Gefragt, ob er glaube, dass die neue Mehrheit das Kunstwerks vom Austurvöllur entfernen wird, antwortete Kjartan, es sei zu früh, um darüber etwas sagen zu können.

„The Black Cone“ wurde im Februar erstmals vor dem Parlament auf dem Austurvöllur gezeigt. Damals war die Skulptur Teil von Sierras Wanderausstellung NO, Global Tour, die das Kunstmuseum Reykjavík präsentierte.

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