Schafabtrieb in der Diskussion Skip to content

Schafabtrieb in der Diskussion

In Island werden im September die Schafe, die den Sommer im Hochland verbracht haben, in einer Gemeinschaftsaktion gesucht und zu Pferchen in den Tälern abgetrieben. Hier findet das Schafscheiden, Réttir genannt statt, bei der die Tiere an die jeweiligen Besitzer verteilt werden. Nach der Arbeit, an der die ganze Gemeinde teilnimmt, gibt es ein Fest.

Réttir. Foto: Bernhild Vögel.

Die isländische Lebensmittel- und Veterinärbehörde hat nun vorgeschlagen, die Réttir künftig auf den Hochlandweiden zu veranstalten, um das Wohl der Tiere sicherzustellen und das Infektionsrisiko zu vermindern.

„Das ist eine lausige Idee, das würde eine Jahrhunderte alte Tradition und Kultur verletzen“, kommentierte Jón Vilmundarson, ein Schaffarmberater und Bauer in Skeidháholt im Bezirk Árnessýsla, Südisland, gegenüber Morgunbladid.

Auf ihrer Webpage macht die Behörde deutlich, dass das Suchen der Schafe in den Bergen und ihr Abtrieb eine schwierige Aufgabe ist, bei der sowohl die Sicherheit wie das Wohl der Schafe und Pferde garantiert sein muss. Es sei wichtig sicherstellen, dass die Schafe nicht zu erschöpft sind.

Als Beispiel wird Flóamannaafrétt angeführt. Ein Schaf, das im innersten Teil von Tjarnarver aufgefunden wird, müsse in sechs Tagen 100 Kilometern laufen, um den Pferch Reykjaréttir zu erreichen. Die Behörde schlägt vor, die Schafe stattdessen auf Wagen zu befördern.

Vilmundarson weist diesen Vorschlag zurück. Nur zwei oder drei Schafe hätten einen so weiten Weg zurückzulegen und die täglichen Strecke seien nicht lang. Auch gäbe es auf den letzten Etappen des Abtriebs Fahrgelegenheiten für erschöpfte Schafe.

Die Behörde legte dar, auch wenn die Réttir im Hochland stattfänden und die Schafe dann zu ihren jeweiligen Höfen getrieben würden, könnten die Réttir-Tanzveranstaltungen bei den Schafpferchen und Gemeindezentren unten in den Tälern abgehalten werden.

„Der Réttir-Tag und alles was mit ihm zusammenhängt wie die Suche und der Abtrieb, ist ein Grundpfeiler der ländlichen Kultur. Er ist von grosser Bedeutung für unsere Gemeinschaft“, betonte dagegen Vilmundarson.

Schaf- und Pferde-Réttir sind eine Touristenattraktion geworden. Die ersten Veranstaltungen finden dieses Jahr am 4. September statt.

Übersetzung: Bernhild Vögel.

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