Riesiger roter Eisbär auf den Gletscher gemalt Skip to content

Riesiger roter Eisbär auf den Gletscher gemalt

Die Umrisse eines riesigen Eisbären sind seit Freitag auf dem westisländischen Gletscher Langjökull zu erkennen. Sie wurden mit roter Biofarbe dort aufgetragen, um Aufmerksamkeit für die globale Erwärmung zu erregen.

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Das Kunstwerk ist Teil des 350 EARTH Project. Künstler auf der ganzen Welt zeigen öffentlich Flagge für mutige Klimaschutzmassnahmen, und demonstrieren, welche Rolle die Kunst spielen kann, wenn es darum geht, die Menschheit zum Schutz des Planeten zu animieren, heisst es in einer Pressemitteilung.

Das 350 EARTH Project ist das erste globale Kunstprojekt. Es findet an 18 verschiedenen Brennpunkten des Klimawandels statt – Gletscher, ausgetrocknete Flüsse und gefährdete Wälder. Die Aktionen sollen sich mit der UN Klimakonferenz im mexikanischen Cancun überschneiden.

Unter den Künstlern befindet sich auf Thom York von der britischen Popband Radiohead. Island wird für das Kunstprojekt am Langjökull durch die Künstlerin Bjargey Ólafsdóttir und ihrem Team vertreten.

Obwohl Eisbären in Island eigentlich nicht vorkommen, so stehen Eisbär und Gletscher für den Klimawandel in der arktischen Region, und Ólafsdóttir und ihr Team wollen damit auf die durch den Klimawandel akut gewordene Lage aufmerksam machen.

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Fotos: Christopher Lund.

„Als das Team die Region verliess, blies der Wind frischen Schnee über den Bären. Nach dem Wochenende wird er komplett verschwunden sein – doch Eisbären und Gletscher wird es hoffentlich für die kommenden Generationen weiter geben,“ kommentierte Charlotte Ólöf Jónsdóttir Biering aus dem Team der isländischen Künstlerin.

Jedes Jahr verlieren die isländischen Gletscher an Masse, und wenn die weltweite Temperatur weiter ansteigt, wird der Langjökull gegen Ende des Jahrhunderts etwa 15 Prozent seiner derzeitigen Grösse verloren haben.

Diese Entwicklung wird eine eklatante Auswirkung auf Islands Hydrologie haben. Schmelzende Gletscher werden weltweit dafür sorgen dass die Meeresspiegel ansteigen, was für Menschen in Küstenregionen und auf kleinen Inseln lebensbedrohliche Ausmasse annehmen kann, erklärte Jónsdóttir Biering.

Der 80 mal 50 Meter grosse Eisbär auf dem Gletscher war aus zehn Litern Biofarbe, gemischt mit 900 Litern Wasser, gemalt worden. Dreizehn Freiwillige verteilten die Farbmischung mit Giesskannen, heisst es im Fréttabladid.

Die Aktion ist einer Zusammenarbeit des Künstlerteams mit den Bergwanderteam Mountaineers of Iceland, den Fluglinien Icelandair, Iceland Scandinavia und Nordurflug, sowie N66, Málning, Kjarnavörur-Innbak und dem Gartenmarkt Gardheimar zu verdanken.

Der Name des Projektes kommt aus der Physik, 350 ppm ist laut Wissenschaftlern der oberste noch sichere Grenzwert für Kohlendioxid in der Atmosphäre. 350.org heisst die internationale Kampagne, die nach globalen Lösungen gegen die Klimakrise sucht.

Lesen Sie hier mehr zu Kunstwerken aus der Serie.

Übersetzung: Dagmar Trodler.

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