Protest gegen Fischzucht: 75% in Seyðisfjörður sind dagegen Skip to content
Seyðisfjörður, fiskeldi, salmon
Photo: Ásrún Mjöll Stefánsdóttir.

Protest gegen Fischzucht: 75% in Seyðisfjörður sind dagegen

Mehr als 100 Menschen haben sich vorgestern im Stadtzentrum von Seyðisfjörður versammelt, um gegen die Lachszuchtpläne im Fjord zu demonstrieren, berichtet Austurfrétt. Auf dem Hotelparkplatz bildeten sie ein “Nein” und eine “75%”, um ihrem Protest mehr Symbolik zu verleihen.
“Die Haltung der Leute aus dem Seyðisfjörður ist klar: wir sagen nein!” sagte Benedikta Guðrún Svavarsdóttir, eine der Sprecherinnen von VÁ – der Verein zum Schutz des Fjordes hatte zu der Demonstration aufgerufen.

Antrag auf 10.000 Tonnen Lachs in Arbeit
Der Fischzuchtkonzern Fiskeldi Austfjarða hatte eine Produktionsgenehmigung für 10.000 Tonnen Zuchtlachs beantragt. So ein Vorgang ist ziemlich kompliziert, denn mehrere Behörden müssen ihre Zustimung geben, was Flächennutzung, Umwelt, Tragkraft des Fjordes in Bezug auf die beantragte Menge, Schifffahrt und andere Faktoren angeht. Alle Gutachten gehen dann zum Ministerium für Fischerei, Landwirtschaft und Lebensmittel und zur Umweltbehörde, die am Ende eine Genehmigung erteilen.
Die Kommunen können ebenfalls ihre Meinung dazu äussern, allerdings erstreckt sich ihre Planungsbefugnis nicht auf die Meeresgebiete innerhalb von Fjorden. Dort gilt die sogenannte Küstenzonenplanung. Die Kommune Múlaþing hat daher nicht direkt mit der Genehmigung zu tun. Doch kritisieren die Initiatoren des Protestes, dass von Gemeindeseite auch nicht viel unternommen wurde, um die Fischzucht im Fjord zu verhindern.

Moralisch falsch, gegen Bevölkerungswillen zu agieren
“Wir wollen nicht, dass unser schöner Fjord durch die Fischzucht zerstört wird,” sagte Rednerin Ásrún Mjöll Stefánsdóttir. Bei der Veranstaltung gab es auch Redebeiträge von Umweltverbänden und ein kulturelles Rahmenprogramm.
Gemeinsam bildeten die Demonstranten ein “Nei” und eine “75%” auf dem Parkplatz – 75 Prozent aller Bewohner von Seyðisfjörður hatte sich in einer Umfrage nämlich gegen die Fischzuchtpläne ausgeprochen. Andere Redner erinnerten daran, dass sich im Fjord nicht nur das Seekabel befinde, sondern auch eine recht enge Schifffahrtsrinne, für die Fischzuchtbecken sei gar kein Platz. Ausserdem wolle man diese umweltverschmutzende Industrie nicht im Fjord haben, sondern suche nach anderen innovativen Möglichkeiten, die im Einklang mit Mensch und Natur stünden.

Benedikta sagte RÚV gegenüber, es sei moralisch falsch, ein derart grosses Industrieprojekt in einen Fjord zu packen, dessen Bewohner es gar nicht haben wollten. Es sei auch nicht wünschenswert für ein Unternehmen, in eine Gemeinschaft hineinzukommen, die gegen das Gewerbe sei.
Aus der Bevölkerung waren zuvor viele Einwände gegen das Projekt gekommen, dazu hatte es Treffen und Gespräche mit staatlichen Institutionen gegeben.
Beim Bürgerbeauftragten des isländischen Parlamentes ist sogar eine Klage wegen der staatlichen Arbeitsweise eingegangen, im Zusammenhang mit der Erstellung des neuen Küstenzonenplans, der zu Jahresanfang Gültigkeit erhielt. Benedikta sagt, es sei völlig klar, dass diese Flächenplanung der Küstenzone für die Fischzuchtkonzerne erfolgt sei, und für niemanden sonst. Angeblich sei die Planungsarbeit im Einklang mit allen erfolgt, doch “das ist nicht passiert”, so Benedikta.
Aber noch ist nicht alles verloren, denn die Themen Schiffahrtsrouten und Hochwassergefahr liegen weiter auf dem Tisch, und Benedikta zeigt sich kämpferisch und optimistisch, dass es am Ende doch noch gelingt, das Projekt abzuwenden.

 

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