Polizei fürchtete Feuer durch Demonstranten Skip to content

Polizei fürchtete Feuer durch Demonstranten

Etwa 500 Menschen haben gestern vor dem Gebäude der isländischen Zentralbank gegen die Zinsraten der ausländischen Währungskredite protestiert. Die Polizei befürchtete, dass dabei die Bank in Flammen aufgehen könnte und hat angeblich hart durchgegriffen.

Die Proteste von 2009, als Feuer gelegt wurde. Die Polizei befürchtete gestern, dass sich die Geschichte wiederholen könnte. Foto: Páll Stefánsson.

„Wir haben interveniert, weil Leute Holzpaletten vor die Tür des Bankgebäudes geschleppt hatten. Holzpaletten werden bei solchen Demonstrationen gerne als Brandmaterial benutzt,“ sagte Polizeichefinspektor Arnar Rúnar Marteinsson dem Morgunbladid.

Marteinsson leitete den gestrigen Polizeieinsatz. „Dann brachten sie einen Holzzaun und Plastikkegel, und wir sahen, dass eine Flüssigkeit darüber ausgegossen wurde. An dem Punkt haben wir eingegriffen.“

Die Polizei schützte die Tür des Bankgebäudes und forderte die Leute auf, den Eingangsbereich zu räumen. Vier Personen weigerten sich, der Aufforderung nachzukommen, eine Person wurde in Haft genommen.

Nach Angaben von Augenzeugen seien die Polizisten ungeduldig und brutal mit den versammelten Demonstranten umgegangen.

Die isländische Sängerin Ellen Kristjánsdóttir, die an den Protesten teilgenommen hat, sagte, ein Polizist habe ihr das Handgelenk so verdreht, dass sie sich in der Notaufnahme habe medizinisch versorgen lassen müssen.

Marteinsson hält die Vorgehensweise der Polizei für gerechtfertigt und legal.

Kristjánsdóttir sagte, sie könne nicht verstehen, warum Wirtschaftminister Gylfi Magnússon die ausländischen Kredite befürwortet. Sie ist erstaunt, wie rasch die Regierung auf die Seite der Banken gewechselt sei, nachdem sie monatelang zum Thema geschwiegen habe.

„Das ermutigt doch dazu, Gerechtigkeit zu fordern,“ meint Kristjánsdóttir.

Übersetzung: Dagmar Trodler.

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