Petition gegen Meeresfischzucht ausgehändigt Skip to content
aquaculture farm iceland
Photo: Open-net salmon farms in the Westfjords..

Petition gegen Meeresfischzucht ausgehändigt

Etwa 180.000 Personen aus aller Welt haben eine Petition an die Regierungen Norwegens, Schottlands, Irlands und Islands gerichtet und fordern, keine Lizenzen für die Lachszucht im offenen Meer mehr zu erteilen. Ausserdem sollen die Regierungen sich verpflichten, in einem Plan schrittweise bereits erteilte Lizenzen für ungültig zu erklären.

Parlamentspräsident Steingrímur J. Sigfússon nahm die Unterschriftenliste heute morgen im Namen des isländischen Parlaments Alþingi entgegen, berichtet Vísir.

Im vergangenen Frühjahr hatten das Outdoorbekleidungsunternehmen Patagonia und WeMove mit Unterstützung durch den isländischen Naturschutzverband die Unterschriftenaktion gestartet. Auch Islands Regierung wird darin aufgefordert, die Fischzucht im offenen Meer zu stoppen. Jón Kaldal, der Sprecher von Icelandic Wildlife Fund, zeigte sich sehr besorgt über die Auswirkungen der Meeresfischzucht auf den Bestand der Wildlachse.

“Die Lachzucht im offenen Meeresbecken funktioniert so, dass man einen Sack aus Netz in ein rundes Gitter hängt, und den Fisch in das Netz setzt. Alle Verschmutzung und der ganze Müll, Medikamente, Insektizide und anderes, geht in das Netz und von da aus direkt ins Meer. Von diesem Betrieb geht eine unglaubliche ortsgebundene Verschmutzung aus. In den Behältern gibt es oft Lausbefälle, erst in der letzten Woche war in den Meeresbecken in den südlichen Westfjorden in grossem Stil Gift eingesetzt worden, sowohl bei Arnarlax als auch bei Arctic Sea Farm, wegen der Lachslaus, die dort auf den Fischen grassiert,” erklärte Jón Kaldal.

Ausserdem entwischten regelmässig Lachse aus den Becken.

“Diese Haustiere, die Zuchtlachse eigentlich sind, das ist sehr gefährlich, wenn die sich mit dem wilden Lachsbestand vermischen. Da gerät DNA aus dem Tier, welches als Haustier aufgezogen wurden, in irgendwelche 12 Generationen und hat ganz andere Eigenschaften als die wilden Bestände in der Natur seit tausenden von Jahren. Die genetische Vermischung bedroht die Nachkommen unserer wilden Fische.”

“Der wilde Lachs hat ohnehin gerade mit schwierigen Bedingungen im Meer zu kämpfen, durch den Klimawandel und de steigenden Säuregrad im Wasser, und indem wir nun auch noch Meeresbecken in Island und anderswo aufbauen, engen wir den Lachs, der sowieso schon ums Überleben kämpft, noch mehr ein.”

“Hier in Island haben wir einen starken und guten Lachsbestand, und es ist uns gelungen, den wilden Bestand zu schützen. Deswegen ist es unglaublich traurig, dass in den letzten Jahren die Lachszucht im Meer zum dritten und vierten Mal versucht wird. Jetzt soll also diese verschmutzende Industrie hier aufgezogen werden, mit unvorhersehbaren Auswirkungen auf die Natur.”

Jón erinnerte daran, dass sich in der Meereszucht in den letzten Jahren praktisch nichts verändert hat, immer noch man dort die gleichen Netze, aus denen Lachse entkommen. In der Fischzucht an Land hingegen habe sich sehr viel getan, und auch die Experten im Marineforschungsinstitut sprächen sich für die Landzucht aus. Es gebe heisses Wasser und viel Land, ideale Bedingungen für die Fischzucht. Und immerhin habe man auch bewiesen dass man das könne, die Isländer seien in der Forellenzucht weltweit führend und marktbeherrschend.

Jón hofft, dass die Unterschriftenliste etwas bewirkt, nachdem es neulich erst eine Gesetzesnovelle die Fischzucht betreffend gegeben habe und eine weitere für das Jahr 2024 anstehe. Er wünscht sich, dass es dann keine weiteren Fischbecken in den Fjorden mehr gibt, und dass die bestehenden geschlossen bzw aufs Land verlagert werden. (DT)

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter