Nordisland muss mit Kaninchen leben lernen Skip to content

Nordisland muss mit Kaninchen leben lernen

Das Kaninchen ist keine urspüngliche Tierart in Island, aber offensichtlich ist es gekommen um zu bleiben. Ein Forstexperte aus dem Norden des Landes meint, den Isländern bleibe nichts anderes übrig als mit den Langohren zu leben, schreibt RÚV.
Ingólfur Jóhannsson, der Leiter der Forstdirektion im Eyjafjörður, sieht in der Ausbreitung der Kaninchen keine Plage, auch wenn man seit 2014 versuche, den Bestand im Kjarnaskógur zu verkleinern.

“Diese Kaninchen sind hier um zu bleiben, die werden wir nicht mehr los,” meint er. “Wir werden wohl lernen müssen, mit ihnen zu leben.”
So niedlich sie auch aussehen, ihr Appetit auf frisches Grün verursacht Schäden, vor allem für Setzlinge, blühende Obstbäume und Rosenbüsche. Ingólfur musste deswegen viele Bäume mit Hasendraht schützen, wie etwa seinen neugepflanzten Kirschbaum, um die Kaninchen vom Knabbern abzuhalten. Ausserdem fressen sie Baumrinde und graben Löcher, um Wurzeln zu finden, aber auch unter Gebäuden, um sich dorthin zurückzuziehen.
Und die Langohren wissen genau, wo es richtig gutes Essen gibt. Ein Gewächshaus in Akureyri musste unlängst zusätzlich zum kaninchensicheren Zaun eine Knaninchenwarnanlage installieren. “Wenn ein Kaninchen den Zaun überwindet, kann es hunderte von Pflanzen in einer Stunde fressen,” erklärt Ásgeir Þór Ásgeirsson von Sólskógar. “Das kann ziemlichen finanziellen Schaden verursachen, wenn es schafft, hier reinzukommen.”
Vor einigen Jahren hatte Sólskógar schon einmal versucht, mit Katzen der Plage Herr zu werden, die statt Mäuse lieber Kaninchen jagten. Die Kaninchen vermehrten sich jedoch schneller als die Katzen jagen konnten.

Hassliebe zum Langohr
Die Umweltbehörde der Stadt ist verantwortlich dafür, den Bestand kleinzuhalten und schiesst pro Jahr etwa 3000 Kaninchen. Doch viele Bewohner mögen die plüschigen Langohren, die im Wald umherhoppeln. Selbst Ingólfur gibt zu, seine private Haltung zu den Kaninchen sei eine andere als seine professionelle. “Eine Hassliebe,” meint er, “so kann man es wohl am besten beschreiben.”

Dabei haben die Isländer ihre Kaninchenplage selbst verursacht, denn es handelt sich mitnichten um echte Wildkaninchen, sondern um ausgesetzte Haustiere, die man so versuchte zu entsorgen. Eine genaue Bestandszahl konnte bislang nicht ermittelt werden.

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