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Neue vulkanische Aktivität im Hochland

Der angestiegene Fluss Gígja in Südostisland signalisiert, dass der Grímsvötn, ein aktiver Vulkan im Gletscher Vatnajökull, möglicherweise kurz vor einem Ausbruch steht. Das Isländische Meteorologische Institut mass am Sonntagabend Erschütterungen in den Grímsvötn-Seen, die den Wasserstand der Gígja um 30 cm steigen liess. 130 Kubikmeter Wasser pro Sekunde flossen ab. In der Nacht hat sich die Flut verstärkt.

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Der Ausbruch in Grímsvötn 2004. Foto: Páll Stefánsson.

Unter der Eiskappe des Grímsvötn liegen subglaziale Kraterseen, die von der grossen Magmakammer des Vulkans eisfrei gehalten. Wenn ihr Wasserstand eine bestimmte Höhe erreicht hat, sucht sich das Wasser einen Weg nach unten. Ob sich die ganze Flut in die Gígja ergiesst, lässt sich noch nicht absehen.

Der Geophysiker Páll Einarsson sagte zu ruv.is, die steigende Flut deute auf einen bevorstehenden Ausbruch des Grímsvötn hin. Es gäbe aber keinen Grund, sich vor der Flut oder dem Ausbruch zu fürchten.

Die Flut hatte sich letzte Woche mit mehreren Erdbeben im Vatnajökull angekündigt und die Wissenschaftler glauben, dass das Wasser am Donnerstag langsam vom Kratersee abzufliessen begann und seitdem gestiegen ist. Einarsson sagte, der Sturm, der am Wochenende über Island hinwegfegt ist, habe die Messungen der Bebentätigkeit beeinträchtigt. Alles deute aber darauf hin, dass sich die Flut ähnlich wie 2004 entwickele.

Vor sechs Jahren erreichte der Gletscherlauf sein Maximum in fünf Tagen. Es handelte sich dabei um eine kleine und harmlose Eruption. Der Grímsvötn bricht durchschnittlich alle zehn Jahre aus, er ist einer der aktivsten Vulkane Islands.

Auch das nordwestliche Hochland wurde am vergangenen Donnerstag von Erdbeben erschüttert. Unter dem Blöndulón-Staudamm nordwestlich von Hveravellir an der Kjölur-Route wurden kurze Zeit hintereinander Erschütterungen von 3,7 und 3,1 auf der Richterskala gemessen. In der Nacht zum Sonntag gab es erneut ein relativ starkes Erdbeben unter Blöndulón, 3,8 auf der Richterskala. Die Bebentätigkeit hatte am Dienstag begonnen.

Der Stausee Blöndulón, der den Fluss Blanda aufstaut und das Blanda-Kraftwerk speist, ist 57 Quatratkilometer gross und liegt 500 Meter über dem Meeresspiegel.

Der Eyjafjallajökull, dessen vulkanische Tätigkeit erloschen ist, hat nun auch sein schwarzes Aschehaupt gegen eine weisse Schneekappe eingetauscht. Dennoch dampft er weiter vor sich hin und es wird lange dauern, bis der Eruptionskanal abgekühlt ist.

Auch am Fimmvörduháls kann man die Lava noch glühen sehen.

Zusammenfassung: Bernhild Vögel.

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