Möglicher Ausbruch am Dyngjujökull Skip to content

Möglicher Ausbruch am Dyngjujökull

Heute mittag gegen 14 Uhr meldeten die Geophysiker des isländischen Wetterdienstes, daß sich ein kleinerer Vulkanausbruch unter der Eiskappe des Dyngjujökull ereignet haben könnte. Etwa zur selben Zeit wurde ein Erdbeben der Stärke 4,5 aufgezeichnet. Bedeutende Magmamengen waren in den letzten Tagen durch einen unterirdischen Gang vom Bárðarbunga nordöstlich geströmt, und am Vormittag hatte die Erdbebentätigkeit in der Region sich weiter verstärkt.

Das Flugzeug der Küstenwache überflog die Region, an Bord befanden sich Wissenschaftler des Wetterdienstes und der Universität, sowie ein Vertreter des Zivilschutzes. Während des dreistündigen Erkundungsfluges konnten an der Oberfläche des Gletschers keinerlei Anzeichen für einen Vulkanausbruch oder eine Eisschmelze festgestellt werden. Die Eisdecke an der verdächtigen Stelle ist zwischen 150 und 400 Metern dick.

Bislang konnten auch weder ein gestiegener Wasserpegel in der Jökulsá á Fjöllum noch eine erhöhte Leitfähigkeit des Flußwassers ermittelt werden. Beides dient Wissenschaftlern als Hinweis darauf, daß Magma die Erdkruste durchstoßen und in Kontakt mit dem Gletschereis gekommen ist. In diesem Fall kann es bis zu 20 Stunden dauern, bis man entsprechende Anzeichen am Fluß finden kann, berichtet ruv.is.

Dennoch waren aus Sicherheitsgründen erste Schritte der Notfallpläne unternommen worden. Das Gebiet um die Schlucht Jökulsárgljúfra und den Dettifoss ist gesperrt worden, Touristen wurden per SMS benachrichtigt und evakuiert. Die Bewohner der Küstenregion im Öxarfjörður sind in Bereitschaft versetzt worden. Der nationale Stromversorger Landsnet hat für den Fall von Stromnetzunterbrechungen Notstromaggregate bereitgestellt, die Straßenmeisterei ist mit schwerem Gerät vor Ort, um im Notfall Teile der Ringstraße abzugraben und so die Brücken über die Jökulsá á Fjöllum zu entlasten.

Am Nachmittag war das Gebiet nördlich des Gletschers erneut von Mitgliedern der isländischen Rettungswacht und Nationalparkrangern nach Wanderern durchkämmt worden. Die Sicherheit von Menschen stehe an allererster Stelle, so Viðir Reynisson, der Leiter des Zivilschutzes Almannavarnir. Allein die Evakuierung aus der Jökulsárgljúfra hatte sieben Stunden gedauert.

Die isländische Polizei hält eine Beibehaltung von Notfallstufe und ein generelles Flugverbot (Alarmstufe rot) rund um den Vulkan weiterhin für gerechtfertigt, auch wenn sich derzeit keine Anzeichen eines Vulkanausbruchs erkennen lassen, berichtet ruv.is.

Am morgigen Sonntagmorgen soll die Lage bei einem Treffen erneut geprðft werden. Heute abend gegen 18.30 wurde ein weiteres Erdbeben der Stärke 4,6 aufgezeichnet, es war das bislang stärkste Beben seit vergangenem Donnerstag.

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