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Makrelen schwärmen für Island

Der WWF zählt die Makrele aus dem Nordost-Atlantik zu den noch nicht überfischten Arten, die der umweltbewusste Verbraucher guten Gewissens essen könne.

Die Makrelenschwärme, die noch vor zehn Jahren Island mieden, ziehen nun aus den norwegischen Gewässern zunehmend in die kühleren isländischen Fanggebiete. Das sorgt international für heftige Auseinandersetzungen.

Fischfang in Island. Copyright: Icelandic Photo Agency.

Norwegen, Schottland und die Europäische Kommission beschuldigen Island, einseitig viel zu hohe Fangquoten festgesetzt zu haben und die Bestände systematisch zu überfischen. Kritiker behaupten ausserdem, der grösste Teil des isländischen Makrelenfangs werde zu Fischmehl verarbeitet.

Im Oktober 2008 setzten die EU, Norwegen und die Färöer die gesamten Fangquoten für 2009 auf 605.000 Tonnen Makrelen fest und gestanden Island, das nicht mitverhandeln durfte, lediglich 1.738 Tonnen zu. Island aber setzte seine Fangquote einseitig auf 112.000 Tonnen fest.

In einer Pressemitteilung des isländischen Fischereiministeriums im April dieses Jahres hiess es dazu, Island habe seit Jahren vergeblich gefordert, an den Verhandlungen der Küstenstaaten über die Makrelenquoten teilzunehmen. Die unilaterale Festsetzung einer Fangquote trage zum Erhalt der Makrelenbestände bei. Bereits 2008 wurden in der isländischen 200-Seemeilen-Zone 112.000 Tonnen Makrelen gefangen.

Der isländische Fischereiminister Jón Bjarnason hat inzwischen die Makrelenflotte zurückbeordert, da der Fang in der ersten Juliwoche fast die selbstgesetzte Quote erreicht habe und es schwierig sei, Hering ohne einen gewissen Anteil von Makrelen zu fangen.

Bjarnason, der seit Mai im Amt ist und der linksgrünen Partei angehört, hat kürzlich auch angeordnet, dass Hering nur oberhalb des 66sten Breitengrades, also im Atlantik nördlich Islands, gefangen werden darf.

Der Wert aller exportierten isländischen Fischereiprodukte belief sich 2008 auf umgerechnet 1 Milliarde Euro. Dies bedeutete einen Anstieg um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr, obwohl die Produktion geringfügig gesunken war. Etwa die Hälfte der isländischen Fischwaren wird tiefgefroren exportiert und die Europäische Wirtschaftszone ist mit 79 Prozent der grösste Abnehmer.

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