Lars von Trier weist Beschuldigungen zurück Skip to content

Lars von Trier weist Beschuldigungen zurück

Der dänische Regisseur Lars von Trier sagt, er habe Björk Guðmundsdóttir während der Filmaufnahmen zu Dancer in the Dark nicht sexuell belästigt, berichtet RÚV.

“Wir waren erklärte Feinde – das ist eine Tatsache. Und das führte dazu, dass sie eine der besten schauspielerischen Leistungen in einem Film von mir zeigte,” sagte von Trier.

Björk hatte auf ihrer Facebookseite gestern in einem Beitrag geschrieben, sie sei bei Filmarbeiten sexuell belästigt worden, allerdings hatte sie keine Namen genannt. Ihrer Ansicht nach sei es in der Filmwelt allgemein akzeptiert, dass Regisseure ihre Schauspielerinnen nach Belieben anfassen und belästigen. “Nachdem ich den Regisseur mehrfach abgewiesen habe, bestrafte er mich und schuf für sein Team ein Netz der Illusion, in welchem ich als die Schwierige hingestellt wurde.” schrieb die Sängerin, die nun an die Öffentlichkeit tritt, nachdem mehrere US-amerikanische Filmstars den Regisseur Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung bezichtigt hatten.

Gestern abend hatte der Regisseur und damalige Mitarbeiter von Lars von Trier, Peter Aalbæk, in einem Interview mit der dänischen Tageszeitung Jyllands Posten Björks Anschuldigungen zurückgewiesen und behauptet, Björk habe seinerzeit alles am Set dirigiert. Er habe jeden Tag eine Flasche Whisky getrunken, weil er befürchtete, dass der Film nicht beendet werden könne, unter anderem wegen Björks Verhalten.

Heute morgen sprach Jyllands Posten mit dem Regisseur selbst, und auch von Trier wies die Vorwürfe zurück. Es sei kein Geheimnis gewesen, dass er und Björk erklärte Feinde am Set gewesen seien, aber das habe auch sein Gutes hervorgebracht, “die beste schauspielerische Leistung in einem Film von mir.” Er sagt, Björks Vorwürfe kämen ihm nicht unerwartet, da sie schon zuvor über ihn geklagt habe. “An der Sache ist nichts dran. Geht und schaut euch die Geschichte des Films an. Da gab es Konflikte, aber ich habe das nicht gemacht.”

Im Buch über von Triers Karriere, welches vor einigen Jahren erschienen war, steht zu lesen, dass der Regisseur seinen Rachefeldzug gegen Björk begann, als es um ihre Zusammenarbeit am schlechtesten stand. Da war sie drei Tage lang nicht bereit gewesen, vor die Kamera zu treten, und die Dreharbeiten verzögerten sich. Dem Buch nach habe von Trier daraufhin seinerseits den Dreh verweigert, als Björk an den Set zurückkehrte.

Die französische Schauspielerin Catherine Deneuve, die ebenfalls in Dancer in the Dark auftrat, notierte in ihrem Tagebuch, dass es ihr während der Dreharbeiten unmöglich war, zu verstehen, wie Björk die Dreharbeiten nur aushalten konnte. “Ich weiss, dass sie viel gelitten hat, weil sie mir das gesagt hat. Lars hat sie ständig weiter und weiter gedrängt. Warum sagte sie niemals nein – jetzt ist es genug?”

Björk hatte sich über von Trier geäussert, er sei ein Macho und dass sie niemals mehr mit ihm arbeiten würde. Sie sagte, von Trier brauche Frauen in seinen Filmen, um sie lebendig zu machen. “Er beneidet Frauen und hasst sie dafür.”

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