Kunst und Sagas in der Schirn Skip to content

Kunst und Sagas in der Schirn

Ab morgen, 29. September, ist in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt die Installation „Crepusculum“ (Abenddämmerung) von Gabríela Fridriksdóttir zu sehen. Teil der Ausstellung sind Originalmanuskripte von mittelalterlichen Sagas aus dem Árni Magnússon Institut in Reykjavík.

crepusculum

„Crepusculum“, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Foto: Jirí Hroník.

Die 1971 in Reykjavík geborene Künstlerin vertrat Island auf der Venedig Biennale 2005. Ausstellungen in München, Zürich und Berlin folgten.

Gabríela Fridriksdóttir arbeitet multimedial mit Zeichnung, Malerei, Fotografie, Skulptur, Text, Video und Performance. Sie nimmt in ihrem Werk Bezug auf altnordische Mythologie und isländische Sagas.

Von dem Schweizer Kurator Hans Ulrich Obrist anlässlich der Biennale zu ihrer Verbindung zum isländischen Geschichtenerzählen, zu den Sagas befragt, sagte die Künstlerin:

„Ich würde es Versation nennen, Konversation ohne Kon. Es ist ein Monolog, bei dem der Geschichtenerzähler versucht, die Menschen in seine Fantasiewelt hineinzulocken. Eine Versation ist sehr isländisch, der Erzähler, der vielleicht ein Partygast ist, versucht zu beeindrucken. Er improvisiert und möchte die Herzen der Zuhörer ganz für sich gewinnen. Das klingt nach rücksichtslosem Ausnutzen einer Gelegenheit und das ist es auch und unersättlich dazu, denn solch ein Geschichtenerzähler will das Wort für sich allein …“

An den Sagas interessieren die Künstlerin auch die materiellen Eigenschaften wie Tinte und Pergament. Die Ausstellung in der Schirn findet im Rahmen von „Sagenhaftes Island“ statt und bietet die einmalige Möglichkeit, die neu übersetzten Isländersagas, die beim Ehrengastauftritt Islands auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert werden, auch in ihrer Originalgestalt zu erleben.

„Für die SCHIRN schafft Gabríela Fridriksdóttir einen Raum, in dem sich originale mittelalterliche Handschriften der Isländersagas mit dem geheimnisvollen Zeichensystem der Künstlerin sowie einer neuen Filmproduktion zu einem fantastischen Universum verdichten“ heisst es in einer Presseankündigung der Schirn Kunsthalle.

„Crepusculum“ ist zusammen mit der Erró-Ausstellung, die nächste Woche eröffnet wird, bis zum 8. Januar 2012 in der Frankfurter Schirn-Halle zu sehen.

bv

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