Japans Krise unterbricht Islands Walfang Skip to content

Japans Krise unterbricht Islands Walfang

By Iceland Review

Die Jagd auf Finnwale wird in diesem Sommer nicht so ablaufen wie geplant. Die wirtschaftlichen Bedingungen auf dem japanischen Markt – dem Hauptabnehmer für isländisches Walfleisch – sind nach den Erdbeben und dem Tsunami vom März problematisch.

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Kristján Loftsson steht neben dem Finnwal, früherer Fishereiminister Einar K. Gudfinnsson ist ganz rechts. Copyright: Icelandic Photo Agency.

Kristján Loftsson, der Geschäftsführer der Walfangfirma Hvalur ehf., sagte dem Morgunbladid, dass man die Lage im Spätsommer oder Herbst erneut untersuche. Loftsson ist gerade aus Japan zurückgekehrt, wo er sich selbst ein Bild von der Situation nach den Katastrophen gemacht hat.

Die Japaner kämpfen nicht nur mit den Nachwehen der Erdbeben und des Tsunamis, denen tausende zum Opfer fielen und durch die etwa eine halbe Million Menschen obdachlos wurde. Immer noch besteht das Problem der radioaktiven Verseuchung durch das zerstörte Atomkraftwerk von Fukushima.

Loftsson hat eine grosse Solidarität unter den Japanern beobachtet. Die, die nicht unmittelbar von der Katastrophe betroffen sind, geben sich trotzdem keinen Vergnügungen hin und gehen nicht in Restaurants sondern kochen zuhause einfaches Essen, beschrieb er.

„Unter diesen Umständen hat es keinen Zweck, Walfleisch auf den Markt zu bringen,“ meinte er. Zumal drei Unternehmen, die an Import und Verarbeitung des isländischen Walfleisches beteiligt seien, zerstört worden sind.

Die Eigentümer versuchen, neue Unterkünfte für ihre Unternehmen zu finden, aber das dauert alles sehr lange. Niemand kann voraussagen, wie lange diese Situation andauern wird,“ sagte Loftsson.

Die letztjährige Finnwalsaison begann am 26. Juni. In diesem Jahr wird es vor August oder September keine Jagdsaison geben, unklar ist, ob überhaupt eine stattfinden wird. Hvalur ehf. beschäftigt 15 Angestellte im Winter und 150 während des Sommers.

„Das sind schlechte Nachrichten,“ kommentierte der Bürgermeister von Akranes, Árni Múli Jónasson. Für die Gemeinde steht einiges auf dem Spiel, Dutzende von Einwohnern sind entweder in der Walstation oder in der örtlichen Verarbeitungsfabrik beschäftigt.

„Wir können nur hoffen dass sich die Situation verbessert und wünschen Kristján alles Gute. Er ist einer, der nicht aufgibt,“ sagte Jónasson.

Kate O’Connell, Walfanggegnerin von WDCS, sagte in einer Presseerklärung, „Es ist zu früh um von einem Sieg zu sprechen, Islands Wale werden immer noch von Harpunen bedroht. 2007 hatte Island erklärt, den kommerziellen Walfang zu beenden – und wie aus Rache um seine Aktivität in 2009 verstärkt, mit mehr erlegten Walen und einem grösseren Export. Wir müssen weiter wachsam sein und dürfen nicht zulassen, dass die Walfänger die Welt in einen falschen Frieden einlullen.“

WDCS war massgeblich daran beteiligt, die Obama-Regierung in den USA zu Sanktionen gegen Island zu nötigen, weil sein Walfang und der Handel mit Walfleischprodukten den Ideen von IWC und CITES zuwiderlaufen.

Hier finden Sie mehr zu der Geschichte, und hier etwas über die japanische Katastrophe.

DT

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