IWF bestreitet Gespräche mit England Skip to content

IWF bestreitet Gespräche mit England

Der isländische Vertreter des Internationalen Währungsfonds Franek Rozwadowski teilte mit, dass der Icesave-Streit eine Sache zwischen Island und England ist, und dass entgegen Äusserungen des britischen Premierministers Gordon Brown, der IWF nichts damit zu tun hat.

Das Hauptsitz von Landsbanki in Reykjavík. Copyright: Icelandic Photo Agency.

Die Zeitung Fréttabladid berichtet, dass Brown am Mittwoch im englischen Parlament äusserte, dass die Gespräche zwischen der britischen Regierung und dem IWF über die Einlagenrückzahlungen Islands an den britischen Staat andauern.

Aufgrund eines drohenden Staatsbankrotts in Island, wurden letztes Jahr Banken verstaatlicht und auch das Online-Spareinlagen Programm Icesave, der isländischen Landsbanki Bank, eingefroren. Geldeinlagen britischer Sparer sind davon betroffen, aber im Falle der deutschen Kaupthing Edge Anleger versprach Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir eine schnelle Entschädigung.

„Ich finde diese Äusserungen seltsam und inakzeptabel,“ teilte Islands Finanzminister Steingrímur J. Sigfússon der Zeitung Fréttabladid mit und bezog sich auf Browns Äusserungen, dass England Gespräche mit dem IWF über Icesave führt. „Wir denken, dass ist unserer beiderseiten Angelegenheit und andere sollten dies auch so sehen. Es ist eine ernsthafte Sache für den IWF, falls sich dies bewahrheitet.“

Sigfússon erklärte, er habe den Eindruck, das England den Icesave-Streit nicht nur zwischen Island und Engalnd sieht. Andererseits gab Rozwadowski zu, dass „es diese Sache von den beiden betroffenen Parteien gelöst werden muss.“

Rozwadowski wies auf die Regel hin, dass der IWF sich nicht in einen Streit zwischen zwei Mitgliedsstaaten einmischt und dies ist kein Ausnahmefall.

Sigfússon fügte hinzu, dass Island natürlich England nicht vorschreiben kann, mit wem die Regierung Verhandlungen führt. Aber für seine Äusserungen soll Brown Verantwortung übernehmen. „Er hat es im Parlament vielleicht als Verteidigung gesagt,“ vermutete Sigfússon.

Brown gab die Äusserungen im Zuge einer unvorbereitete Frage über das Christies Krankenhaus in Manchester von sich; das Krankenhaus hat seine Kaupthing Singer & Friedlander Spareinlagen verloren. Kaupthing Singer & Friedlander ist eine britische Bank und steht unter der Aufsicht der britischen Finanzaufsichtsbehörde. Brown behauptete, dass England für die Bankaufsicht nicht verantwortlich ist.

Brown erklärte weiter, dass in erster Linie die isländischen Behörden für die Verluste zuständig sind und das England momentan Verhandlungen mit dem IWF und anderen Institutionen führt, darüber, wie schnell Island die Schulden zurück zahlen kann, für die es verantwortlich ist.

Laut Fréttabladid liegt der Verlust der Kaupthing Singer & Friedlander Spareinlagen nicht in der Verantwortung der isländischen Behörden und es hat keine offizielle Stellungnahme der britischen Regierung gegeben, die darauf hinweist, dass England Island dafür verantwortlich macht.

Die Britische Regierung äusserte sich bis Redaktionsschluss nicht dazu, worum es in den Verhandlungen mit dem IWF geht, auf welche andere Institutionen sich Brown bezieht und ob er erneut die isländischen Behörden an ihre Verantwortung erinnert.

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