Isländisches Geothermalwerk nicht nachhaltig Skip to content

Isländisches Geothermalwerk nicht nachhaltig

Neuere Studien zum Geothermalgebiet von Hengill außerhalb der Hauptstadtregion haben ergeben, dass das Gebiet, welches derzeit vom Energieversorger Reykjavík Energy (OR) für das Kraftwerk Hellisheiðarvirkjun genutzt wird, keine Langzeitversorgung für das Werk darstellen kann.

hellisheidi-power-plant_psHellisheiðarvirkjun. Foto: Páll Stefánsson/Iceland Review.

Die Strommenge hatte bereits heruntergefahren werden müssen, berichtet Fréttablaðið.

Das Gebiet, welches vom Kraftwerk derzeit genutzt wird, ist kleiner und weniger energiereich als ursprünglich angenommen. Es gibt Hinweise, dass das Kraftwerk zu schnell expandierte.

Nach Angaben von ruv.is haben die beiden linksgrünen Parlamentsabgeordneten Lilja Rafney Magnúsdóttir, die ihre Partei im Wirtschaftskommitee des Alþingi vertritt, und Parteivorsitzende Katrín Jakobsdóttir ein Treffen des Ausschusses für Wirtschaftsfragen, Umwelt und Kommunikation einberufen, um das Problem zu besprechen.

„Die Nachricht des Fréttablaðið ist Grund genug für das Parlament, die Angelegenheit näher zu betrachten, weil es darin heißt, dass die Energieausbeute des Kraftwerks viel geringer ist als ursprünglich angenommen. Das wirft natürlich Fragen auf, ob die Geothermalkraftwerke, deren Entwicklung wir politisch unterstützt haben, als so nachhaltig bezeichnet werden können, wie immer behauptet wird,“ erklärte Katrín. „Offenbar ist das nicht der Fall.“

Der Chef von Reykjavík Energy, Bjarni Bjarnason, sagte dem Fréttablaðið, dass mehr Wasserdampf nötig sei, um die zukünftigen Aktionen des Kraftwerks Hellisheiðarvirkjun zu sichern. „Andernfalls wird die Produktion weiter abfallen, möglicherweise sogar schnell.“

Die volle Kapazität des Kraftwerks betrug bis Ende letzten Jahres 303 MW. Seitdem ist die Produktion auf 276 MW gefallen. Wissenschaftler schätzen, dass sie weiter um durchschnittlich sechs MW pro Jahr sinken wird.

Die günstigste Lösung für OR, um für die kommenden Jahre eine volle Energieproduktion zu gewährleisten, wäre die Verbindung des Hellisheiðarvirkjun mit dem Geothermalgebiet von Hverahlíð durch Hochtemperaturrohre. Hier war das nächste Kraftwerk des Unternehmens geplant.

Falls ein eigenes Kraftwerk nicht durchführbar sei, könnte die Hochtemperaturleitung bereits in 2014 zusätzlichen Wasserdampf liefern. Der Vorstand des Unternehmens muss darüber noch entscheiden. Die Kosten des Projekts werden auf fast 3 Mrd. ISK geschätzt (19 Mio. EUR).

DT

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