Isländisches Bergungsteam will „Spürpferde“ ausbilden Skip to content

Isländisches Bergungsteam will „Spürpferde“ ausbilden

Eine Gruppe des isländischen Bergungsteams in Borganes in Westisland hat über die Dauer von einem Jahr Rettungspferde ausgebildet. Die Gruppe hat ihr Training nun abgeschlossen und ist bereit für Einsätze. Sie möchte zukünftig auch sogenannte „Spürpferde“ ausbilden.

Isländische Pferde. Foto: Páll Kjartansson.

Obwohl Pferde in Island seit alters her für das Suchen und Hüten von Schafe genutzt wurden, hat man ihre Hilfe nie in Erwägung gezogen um vermisste Personen zu suchen. Dabei verfügen Pferde über Fähigkeiten, die bei Personenbergungen durchaus hilfreich sein können, berichtet das Fréttabladid.

„Pferde können unglaublich leicht und schnell durch hartes Gelände gelangen. Der Reiter hat vom Pferderücken aus eine bessere Sicht und viel mehr Möglicheiten, sich umzuschauen,“ erklärt Halla Kjartansdóttir, die Leiterin der Truppe.

Zudem habe das Pferd sehr feine Sinne, die ein sensibler Reiter sich bei der Suche zunutze machen könne, sagte Kjartansdóttir.

„Wir glauben, dass Pferde eine gute Ergänzung zu den Möglichkeiten sind, die man derzeit bei der Suche von vermissten Personen zur Verfügung hat. Man benutzt alle möglichen Fahrzeuge, aber viele davon sind eben doch nicht für jedes Gelände und jeden Umstand geeignet.“

Kjartansdóttir und ihr Team planen daher, Pferde auch zum Aufspüren vermisster Personen auszubilden, so wie man Spürhunde einsetzt. Pferde verfügen über einen sehr guten Spürsinn, sagt sie. In den USA werden Spürpferde durchaus schon eingesetzt.

Natürlich sind nicht alle Pferde für die Personenbergung geeignet. Sie müssen zutraulich und vertrauensvoll sein, stark und trittsicher, und sie müssen in der Lage sein, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Pferde, die im Schafabtrieb eingesetzt werden, verfügen über diese Eigenschaften.

Der Reiter muss ein ausgebildeter Rettungshelfer sein, obwohl manchmal natürlich auch ortskundige Laien eingesetzt werden können.

Der Nachteil von Bergungspferden im Gegensatz zu Fahrzeugen ist, dass es länger dauert, bis sie vor Ort im Einsatz sein können.

Kjartansdóttir denkt jedoch, dass Pferde durchaus nach der ersten Suche, zum Beispiel am zweiten Tag wenn Verstärkung angefordert wird, zum Einsatz kommen könnten.

In vielen Ländern weltweit werden Pferde für die Bergung eingesetzt. Kjartansdóttir sagt, es sei wichtig, aus deren Erfahrungen zu lernen.

Sie repräsentiert eine Gruppe, die dabei ist, weitere Teams mit Bergungspferden in Südisland und im Skagafjördur im Norden aufzubauen. Es sei ein guter Weg, um das Interesse am Reitsport, den Rettungseinsatz und Outdooraktivitäten sinnvoll zu verbinden, meint sie.

Übersetzung: Dagmar Trodler.

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