Industriesalz für Lebensmittelproduktion benutzt Skip to content

Industriesalz für Lebensmittelproduktion benutzt

Viele der größten Lebensmittelhersteller Islands haben beim Getränkehersteller und Importeur Ölgerðin Industriesalz gekauft. Das geht aus einer umfangreichen Liste hervor, die auf der Internetseite des Gesundheitsamtes von Reykjavík veröffentlicht wurde.

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Themenfoto: ESA.

Die Fleischwarenhersteller Sláturfélag Suðurlands (SS) und Kjarnafæði sind darauf ebenso vertreten wie die Molkerei Mjólkursamsalan (MS), berichtete Fréttablaðið.

Seit Anfang des Winters war es den Behörden klar, dass Industriesalz an diese Firmen verkauft worden war, und Mitte November unterrichtete die Isländische Lebensmittel- und Veterinärbehörde (MAST) das Gesundheitsamt über die Situation und teilte mit, sie habe Ölgerðin erlaubt, seine Salzbestände aufzubrauchen. Das Gesundheitsamt missbilligte diese Entscheidung.

Jóhannes Gunnarsson, der Vorsitzende des Verbraucherverbandes von Island, erklärte, auch wenn das Verhalten der Überwachungsbehörden und der Anbieter sicherlich zu kritisieren sei, so läge doch die Verantwortlichkeit in erster Linie bei den Lebensmittelherstellern:

„Es verletzt die Vorschriften, Industriesalz für die Lebensmittelproduktion zu benutzen, und hier hat der Verstoß stattgefunden.“

Der Minister für Fischerei und Landwirtschaft Steingrímur J. Sigfússon sagte, sein Ministerium betrachte die Angelegenheit als ernstzunehmend und werde sie im Detail untersuchen.

Auf die Frage, ob es das Image der isländischen Lebensmittelindustrie beeinträchtige, meinte Steingrímur, das hänge davon ab, was als nächstes geschehe:

„Das hängt davon ab, wie die Beteiligten reagieren und ob man glaubwürdig nachweist, dass sich so etwas nicht wiederholt. Glaubwürdigkeit und Ansehen hängen zum großen Teil von dem Einsatz ab, der nach so einer Enthüllung gezeigt wird.“

Einar Sigurðsson, der Geschäftsführer von MS erklärte, die Molkerei habe nicht gewusst, dass das fragliche Salz nicht für die Lebensmittelherstellung bestimmt gewesen sei. Es sei nur kurze Zeit benutzt worden und das lediglich in zwei von mehr als 500 Produkten. Später stellte es sich allerding heraus, dass es fünf Produkte waren, und MS hat sie jetzt vom Markt entfernt.

Einar betonte, die Angelegenheit sei ernst: „Wir streben eine hohe Qualität in Produktion und Material an und daher ist es sehr unangenehm, wenn solche Zwischenfälle passieren. Wir haben sofort reagiert und die Auslieferung der Milchprodukte gestoppt, die Industriesalz enthalten.

Morgunblaðið berichtete, Vergleichsuntersuchungen hätten ergeben, dass kaum Unterschiede bestünden zwischen dem von Ölgerðin ausgeliefertem Industriesalz mit 99,6 Prozent Natriumchlorit und 0,4 mg/kg Kupfer gegenüber Speisesalz mit 99,8 % NaCl und 0,1 % Cu.

Nach dem Qualitätsstandard des Codex Alimentarius soll der NaCl Gehalt bei Speisesalz nicht unter 97 Prozent und der Kupferanteil nicht über 2,0 mg/kg liegen, sodass beide Werte des verwendeten Industriesalzes im Bereich der Lebensmittelsicherheit lagen.

Der niederländische Konzern Akzo Nobel, dessen Fabrik in Dänemark das Salz für Ölgerðin produzierte, antwortete auf eine Anfrage von MAST, das Industriesalz stelle kein Risiko für die Gesundheit der Verbraucher dar, aber da nicht so strikte Anforderungen an seine Produktion und Lagerung wie beim Speisesalz bestünden, sollte es in Lebensmitteln nicht verwendet werden.

„Dies ist in erster Linie eine Frage der Kontrolle und wir bei Ölgerðin verstehen das“, sagte Geschäftsführer Andri Þór Guðmundsson.

„Wir haben dieses Salz seit 13 Jahren ausgeliefert und davor haben das andere gemacht. Es ist keinesfalls gefährlich, deshalb hat uns MAST erlaubt, die Auslieferung zu beenden.“

Andri Þór versicherte jedoch: „Ebenso bedauern wir, dass dies passiert ist, und wir werden all unsere Abläufe überprüfen, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht.“

bv

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