Impfstoff gegen Sommerekzem in Aussicht Skip to content

Impfstoff gegen Sommerekzem in Aussicht

Eine Impfung gegen das bei Islandpferden gefürchtete Sommerekzem könnte in den kommenden Jahren Wirklichkeit werden, schreibt ruv.is.

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Juckreiz macht Pferden mit Sommerekzem das Leben zur Hölle. Foto: Dagmar Trodler/Icelandreview

Eine Studiengruppe am Forschungsinstitut Keldur der Universität Island in Zusammenarbeit mit der Universität Bern arbeitet an der Erforschung der allergischen Erkrankung, die Islandpferde oft befällt, nachdem sie von der Insel exportiert wurden. Als Allergieauslöser wurde die Culicoides-Mücke identifiziert, die in Island nicht vorkommt.

Ziel der Arbeit ist es, einen Impfstoff zu entwickeln, um Islandpferde vor einem Ausbruch der allergischen Krankheit zu bewahren.

Bislang konnten 15 allergieauslösende Gene isoliert und als Protein produziert und charakterisiert wird. Damit wird es möglich, sowohl einen DNA – als auch einen Proteinimpfstoff zu entwicklen, heißt es in einem Bericht des Instituts Keldur.

Im ersten Schritt wurden Fohlen mit dem Herpesvirus EHV-2 infiziert. Die Pferde erlitten eine Atemwegserkrankung, gegen die sie für den Rest ihres Lebens immun sind. Im Herpesversuch wurden vier verschiedene EHV-2 Plasmareagenzien mit fluoreszierenden Proteinen versehen, sowie drei von ihnen mit allergieauslösenden Proteinen.

In weiteren Schritten wurden gentechnisch veränderte Baculoviren verwendet (Bac-to-Bac-System). Die Retroviren, die bestimmte Insektenarten befallen, können nach genetischer Manipulation mit fremder DNA bestückt werden, welche nach erfolgter Infektion der Insektenzellen verstärkt abgelesen und in Proteine übersetzt werden.

Für den Ekzemversuch bei Pferden wurde das Baculovirus als Träger für EHV-2 Proteine, sowie ein hinzugefügtes Allergieauslösergen verwendet. Fällt der Titer im Reagenzglas ausreichend hoch aus, wird das Virus für eine experimentelle Impfung von Pferden eingesetzt. Die Antwort des Immunsystems auf den Allergieauslöser kann im Blut untersucht werden.

Das Institut Keldur der Universität Islands verfügt über eine Anzahl von Pferden als Versuchstiere, berichtet das TV-Magazin Landinn in seiner Ausgabe vom 15.12.2013.

Sigríður Jónsdóttir, eine der am Projekt beteiligten Forscherinnen, erklärt im Beitrag, daß die allergisierenden Versuche nicht nur per Injektionsimpfung stattfinden, sondern auch auf oralem Wege.

Eine mit dem Allergen versetzte Gerstengrütze wird den Pferden mittels einer Gebißkonstruktion über mehrere Stunden ins Maul gegeben. Über die Schleimhaut nimmt der Organismus das Allergen am besten an. Nach 16 Wochen, so die Forscherin, hatte eine Immunantwort des Organismus im Blut festgestellt werden können.

Der nächste Schritt im Sommerkezemversuch sei der Export von 20 experimentell geimpften und 20 ungeimpften Pferden ins Ausland, wo ihre Immunreaktion beobachtet werden soll. Dieser Versuch sei der teuerste vn allen und benötigt noch eine Finanzierung.

DT

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