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Im Tölt in die Alpen: Islandpferde-Weltmeisterschaft in der Schweiz

Vom 3.-9. August 2009 fand im schweizerischen Brunnadern die diesjährige Weltmeisterschaft der Islandpferde statt. Das Grossereignis wechselt sich im Jahrestakt mit dem nationalen Turnier ‘Landsmót’ in Island ab und findet alle zwei Jahre in einem anderen europäischen Land statt.

Den weitesten Weg hatten wohl fünf Islandpferde aus den Vereinigten Staaten zurückgelegt – und was kaum jemand erwartet hatte: eins von ihnen schaffte es tatsächlich in die sonntägliche Finalrunde.

Text und Fotos von Dagmar Trodler.

Etwa 200 Pferde samt Reiter waren in das kleine Örtchen am Necker gereist und von Organisator Roger Scherrer fürstlich untergebracht worden. Die beiden ersten Tage des Turniers gehörten den Zuchtprüfungen – hier wird das genetische Material von jungen Pferden unter die Lupe genommen und bewertet. Obwohl Island stets grosse Zuchterfolge verzeichnet hat, gingen wichtige Medaillen dieses Jahr an Stuten aus Deutschland.

Ab dem Mittwoch drehte sich dann alles um den grossen Sport. Auf der perfekt eingerichteten Ovalbahn kämpften bis zum Sonntag Reiter und Islandpferde um Titel und Medaillen in den Disziplinen Tölt und Pass, aber auch in Prüfungen, in denen vier bzw fünf Gänge gezeigt werden.

Tindur frá Varmalaek und sein norwegischer Reiter Stian Pedersen.

Fünf Richter bewerten die Leistungen auf einer Notenskala, die bis zur Note 10,0 geht. Dieses Jahr wurde die 10,0 an kein Pferd vergeben – auch der Islandpferdesport erfährt Veränderungen, die die Richter in ihre Bewertungen einfliessen lassen.

Das Leistungsniveau ist dennoch sehr hoch. Reiter müssen sich mit ihren Pferden in nationalen Wettkämpfen qualifizieren und vom jeweiligen Nationaltrainer ausgesucht werden, um hier mitreiten zu dürfen.

Kraftur frá Bringu und sein isländischer Reiter Thórarinn Eymundsson.

Island hat ein zusätzliches Handicap: in der Regel bringt es nicht seine besten Pferde in den Wettkampf, denn ein WM-Ticket ist immer ein one-way-Ticket. Die Pferde, die einmal die Insel verlassen haben, dürfen aus Seuchenschutzgründen nicht mehr zurück.

Ein Teil der Mannschaftspferde lebt daher bereits auf dem Kontinent, dennoch ist es alle zwei Jahre spannend zu hören, welches Pferd zusätzlich auf die Reise geht und an wen es wohl verkauft worden ist.

Die isländische Nationalmannschaft.

Der Star des Jahres 2009 kam ebenfalls von der Insel: Tindur frá Varmalaek, ein imposanter Brauner, der die Zuchtprüfungen von Vindheimarmelar und Saudárkrókur in 2006/08 mit hervorragenden Noten für Körper, Gänge und Reiteigenschaften verlassen hatte, eroberte unter seinem norwegischen Reiter Stian Pedersen die Herzen der Zuschauer im Sturm – das sympathische Paar errang mit gutem Stil und Souveränität den Sieg in der Fünfgangprüfung.

Auch der vormalige WM-Sieger Kraftur frá Bringu machte unter seinem Reiter Thórarinn Eymundsson eine gute Figur und verliess das Stadion mit einer wohlverdienten Silbermedaille.

Die isländische Nationalmannschaft kann zufrieden sein: sie wurde anhand des Medaillenspiegels als erfolgreichste Mannschaft dieser WM geehrt. Und das mit Pferden aus der zweiten Reihe. Was beweist, dass auch diese Pferde immer noch hervorragend sind.

Nächstes Jahr beim Landsmót werden wir dann die Allerbesten sehen – die Pferde, die auf der Insel bleiben.

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