Heide wurde 1100 Jahre nach seinem Tod beerdigt Skip to content

Heide wurde 1100 Jahre nach seinem Tod beerdigt

Die Nachricht, dass vorgestern in der Gemeinde Reykjanesbaer ein Begräbnis stattgefunden hat, wäre nur halb so interessant, wäre der Verstorbene nicht bereits seit 1100 Jahren tot. Die Grablegung des alten Heiden fand im Viking World Museum statt.

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Das Viking World Museum. Foto: Páll Stefánsson.

Seine sterblichen Überreste waren eine Leihgabe des isländischen Nationalmuseums. Sie waren im Jahr 1868 aus einem Grab auf der Farm Hafurbjarnastadir exhumiert worden, zusammen mit den Knochen eines Hundes und eines Pferdes, sowie eines Schwertes und anderen Objekten, berichtete das Morgunbladid.

Die neuerliche Begräbniszeremonie war Teil einer Ausstellung in Viking World, die noch die nächsten zwei Jahre läuft.

Nach Angaben von Museumsdirektorin Elisabeth Ward haben Forschungen ergeben, dass die meisten isländischen Siedler Heiden gewesen sind, und dass das Heidentum während der ersten paar Generationen nach der Landnahme noch weiter praktiziert worden ist.

„Wir rekonstruieren gerade das Grab von Hafurbjarnarstadir,“ erklärte Ward. „Die Skelette waren in ein Holzboot gebettet worden, ein Nachbau eines Wikingerschiffes. Man hatte Sand hineingefüllt. Manche Leute glauben, der Mann sei in einem Schiff begraben worden, aber das ist nicht ganz klar.“

Stammesführer seien oft in ihren Schiffen beerdigt worden, und die Grösse des Schiffes steht in Zusammenhang zum Reichtum des Verstorbenen. Diese Begräbnispraktiken sind auch in anderen heidnischen Kulturen üblich gewesen. „Vielleicht hat es damit zu tun, dass die Person damit ein Transportmittel in die andere Welt zur Verfügung hat.“

Unter anderem ist in der Ausstellung das Wikingerschiff Íslendingur zu sehen, eine Replik des Gokstadschiffes, welches in einem Grab in Norwegen ausgegraben worden ist. In dem Grab hatte man menschliche Knochen gefunden, aber auch die von Hund und Pferd.

Der vorgestrige Tag, der 1. Dezember, war für das Begräbnis ein passendes Datum, weil Ásatrúarfélagid, die heidnische Gesellschaft in Island, an dem Tag eine Zeremonie zu Ehren der vier Inselgeister – Drachen, Adler, Bulle, Riese – abhielt.

Die archäologische Ausgrabung von Hafurbjarnarstadir gehört zu den ersten Ausgrabungsstätten des Landes. Ein Farmer hatte im Jahr 1868 Knochen im Sand gefunden. Er hatte einen Priester gerufen, der das neugegründete Museum dann über den Fund informierte.

Man beauftragte sie, mit der Ausgrabung unverzüglich zu beginnen, bevor die Umgebung zerstört würde, und sie fanden die Knochen eines Mannes, eines Hundes und eines Pferdes, und eins der am reichsten verzierten Schwerter der Wikingerzeit, die je in Island gefunden wurden. Ausserdem wurden ein Speer, eine Axt, ein Schleifstein und diverse andere Artefakte in dem Grab gefunden.

Auch Eisennägel hatten die beiden damals gefunden und berichtet, dass das Grab die Form eines Schiffes habe. Nur wenige der Nägel sind tatsächlich im Museum gelandet, und so bestand lange Zweifel daran, ob das Grab wirklich ein Schiffsgrab gewesen ist.

Allerdings sind danach noch ein paar ähnliche Gräber in Island gefunden worden.

Übersetzung: Dagmar Trodler.

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