Gyrdir Elíasson erhielt Nordischen Literaturpreis Skip to content

Gyrdir Elíasson erhielt Nordischen Literaturpreis

Der isländische Autor Gyrdir Elíasson hat gestern den Literaturpreis des Nordischen Rates erhalten. Die Verleihung in der Königlichen Dänischen Musikakademie nahm Bertel Haarder, der Präsident des Nordischen Rates vor.

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Gyrdir Elíasson. Foto: Páll Stefánsson.

Elíasson wurde für seine Kurzgeschichten-Sammlung „Milli trjánna“ (Zwischen den Bäumen) geehrt, die in den letzten Monaten in den nordischen Ländern veröffentlicht worden ist und viel Beifall fand. Das Preisgeld beträgt ungefähr 7 Millionen ISK (44.000 Euro), berichtet Morgunbladid.

In seiner Dankesrede sagte Elíasson, er habe in seiner Jugend „Das Eis-Schloss“ des Norwegers Tarjei Vesaas und „Die Gute Hoffnung“ des färöischen Schriftstellers William Heinesen geliebt, beides Autoren, die für diese beiden Werke mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates geehrt wurden; niemals habe er gedacht, dass er eines Tages selbst den Preis erhalten würde.

Als weitere nordische Autoren, deren Bücher er als Kind gerne gelesen habe, nannte er Selma Lagerlöf, Tove Jansson, Anne-Catharina Vestly, Maria Gripe, Astrid Lindgren und Sigrid Undset. Sie hätten seine Leidenschaft zu schreiben geweckt.

„Wahrscheinlich zusammen mit den unbekannten Autoren der Isländersagas, insbesondere der Saga von Grettir, die ich lieber mochte als die anderen Geschichten, weil ich im Skagafjord aufgewachsen bin […] wo die Handlung hauptsächlich spielt“, ergänzte Elíasson.

„Aber vielleicht waren die isländischen Volkssagen meine grösste Inspiration. Kurz danach kam Knut Hamsun und meine Begegnung mit seinem Werk war wahrscheinlich entscheidend für die Richtung, die ich einschlug.“

Am Schluss seiner Rede betonte Elíasson, wie wichtig das Zusammenspiel von Mensch und Natur sei. Würden die Stadtgemeinden eines Tages ihre Wurzeln ganz vergessen, dann wäre alles verloren. „Unter all dem Beton ist immer noch Erde.“

Der Literaturpreis des Nordischen Rates wird seit 50 Jahren verliehen, Elíasson ist nach Ólafur Jóhann Sigurdsson, Snorri Hjartarson, Thor Vilhjálmsson, Frída Á. Sigurdardóttir, Einar Már Gudmundsson und Sjón der siebte isländische Autor, der ihn erhält.

Von Gyrdir Elíasson sind dieses Jahr die Romane „Ein Eichhörnchen auf Wanderschaft“ und „Am Sandfluss“ im Schweizer Verlag Walde + Graf sowie die Gedichtsammlung „Einige allgemeine Worte über die Erkaltung der Sonne“ (Kleinheinrich) herausgekommen.

Die preisgekrönten Kurzgeschichten sind noch nicht auf Deutsch erschienen. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse aber gab die Übersetzerin Betty Wahl schon einmal Einblick in ihre Arbeit an „Milli trjánna“.

Hier finden Sie einen Artikel zur Entscheidung der Jury und hier eine Besprechung von Elíassons Roman „Ein Eichhörnchen auf Wanderschaft“.

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