Giftige Dämpfe über dem Gletscher Skip to content

Giftige Dämpfe über dem Gletscher

Zwei Mitarbeiter des Isländischen Wetteramts reisten vorgestern zur Quelle des Gletscherflusses Vestari-Jökulsá im Gletscher Hofsjökull im zentralen Hochland, um nach einer Erklärung dafür zu suchen, dass der Fluss ungewöhnlich trüb war und in der Gegend ein starker Schwefel-Geruch in der Luft hing.

riverrafting-hvita_psVestari-Jökulsá ist für River-Rafting-Touren bekannt. Themenfoto: Páll Stefánsson/Iceland Review.

Sigurður Friðriksson, Besitzer des Unternehmens Bakkaflöt in Skagafjörður in Nord-Island, das unter anderem River-Rafting-Touren anbietet, hat die Veränderungen am Fluss bemerkt, wie Morgunblaðið berichtet.

„Wir ruderten auf der Vestari-Jökulsá und bemerkten auf dem Weg nach Hause, dass sie bläulich-grau geworden war. Und das Wasser roch sehr nach Schwefel, vor allem nahe am Gletscher. Es stank“, erklärte Sigurður.

Sigurður sagte, das Wasser habe dort, wo es unter dem Gletscher hervorkam, gesprudelt, er hatte aber keine Erklärung dafür, warum dies so war.

„Es war viel Asche im Fluss, aber ich konnte keinen Hinweis auf eine erhöhte Wassermenge finden“, fügte er hinzu, als er gefragt wurde, ob er glaube, eine Flut sei im Anmarsch.

„Ich glaube, da unten könnte vulkanische Aktivität herrschen“, spekulierte Sigurður, „aber ich konnte keine erhöhte Wassertemperatur feststellen.“

Sigurður nahm eine Wasserprobe mit nach Hause. „Als ich sie öffnete, stank es im gesamten Haus“, erzählte er lachend.

Inzwischen sind die Untersuchungen der beiden Mitarbeiter des Isländischen Wetteramts abgeschlossen. Sie gaben eine Warnung vor giftigem Schwefelwasserstoff-Rauch heraus, der aus einer kleineren Gletscherflut, die am Mittwoch begann, resultiert.

Die Gegend rund um die Quelle am Gletscher Sátujökull riecht noch immer streng nach Schwefel, berichtet Morgunblaðið.

Die Studien zeigen, dass sich geothermales Wasser von unter dem Gletscher – der genaue Standort muss noch lokalisiert werden – mit Schmelzwasser vom Gletscher vermischte, was zur kleinen Gletscherflut führte.

Ein vermehrter Wasserfluss in der Vestari-Jökulsá wurde mittlerweile bestätigt, obwohl der Fluss nicht in nennenswertem Umfang angeschwollen sei. Solche kleineren Fluten sind in der Gegend nichts Ungewöhnliches.

Schwefelwasserstoff wird von der Flut mitgeführt, wenn sie aus dem Gletscher ausbricht. Die Chemikalie kann zu Schäden am Auge und den Atemwegen führen.

Das Wetteramt empfiehlt Urlaubern, sich unbedingt von der Quelle der Vestari-Jökulsá fernzuhalten, bis die Gletscherflut nachgelassen hat.

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