Geschichtsträchtiges Haus in Reykjavík wird wiederaufgebaut Skip to content

Geschichtsträchtiges Haus in Reykjavík wird wiederaufgebaut

Die Vorbereitungen für die Rekonstruktion der historischen Gebäude an der Laekjargata Ecke Austurstraeti in Reykjavík haben begonnen. Bei einem Brand im April 2007 war das zweihundert Jahre alte Holzhaus Austurstraeti 22 zerstört worden.

Nur noch eine Reproduktion auf dem Bretterzaun: Austurstraeti 22, September 2007. Foto: Bernhild Vögel.

Auch das 1852 errichtete Gebäude Laekjargata 2 war den Flammen zum Opfer gefallen. Die Brandursache konnte nicht ermittelt werden. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Reykjavík das Gelände gekauft.

Neben diesen beiden sollen weitere historische Gebäude nach dem Halland-Modell restauriert werden. Das in Schweden entwickelte Modell will historische Bausubstanz nachhaltig konservieren. Sein Motto lautet: „Arbeitsplätze sichern, handwerkliche Fähigkeiten und Gebäude erhalten“.

Austurstraeti 22, das älteste Haus in Reykjavík, war eng mit der isländischen Geschichte verbunden. Ísleif Einarsson, Richter am Obersten Gericht, liess 1801 oder 1802 das Haus Austurstraeti 22 errichten. Es ist einzigartig in der Baugeschichte, hergestellt aus Kiefernstämmen und ursprünglich aussen mit geteerten Paneelen verziert.

Wenige Jahre später zog Graf Trampe, der dänische Gouverneur des Landes, ein. Der Hundstage-König Jorgen Jorgenson besetzte das Haus im Sommer 1809, nachdem er den Gouverneur hatte verhaften lassen. Der Richter Einarsson, einer der wenigen, die gegen Jorgensens Herrschaft opponierten, wurde in dem von ihm erbauten Gebäude unter Arrest gestellt.

Von 1820 bis 1871 war Austurstraeti 22 der Sitz des Obersten Gerichtes, danach diente das Haus als Predigerseminar. 1915 eröffnete ein Kolonialwarenladen (Haraldarbúd). Dafür wurden Umbauten vorgenommen und die Fenster vergrössert. Zuletzt befand sich in der Austurstraeti 22 der Nachtclub Pravda.

Den Menschen in Reykjavík bleibt das alte Holzhaus als Landsyfirréttarhúsid (Gerichtsgebäude) im Gedächtnis oder als das Haus, „in dem der Hundstage-König tanzte“.

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