Fussball: Nationalspieler Albert Guðmundsson erneut wegen Sexualdelikt angeklagt Skip to content

Fussball: Nationalspieler Albert Guðmundsson erneut wegen Sexualdelikt angeklagt

By Dagmar Trodler

Der Fussballnationalspieler Albert Guðmundsson ist wegen eines Sexualdeliktes erneut angeklagt worden, berichtet Vísir.
Arnþrúður Þórarinsdóttir, Staatsanwältin bei der Bezirksstaatsanwaltschaft, bestätigte eine Erhebung der Anklageschrift im letzten Monat. Die Anhörung in diesem Fall wird geschlossen und daher kann die Anklage nicht übergeben werden.

Anklage im zweiten Anlauf
Der Fall Albert ist schon seit einiger Zeit im Justizsystem unterwegs, seit der Fussballspieler im vergangenen August wegen sexueller Gewalt angezeigt worden war. Zunächst hatte die Bezirksstaatsanwaltschaft den Fall mit der Begründung abgewiesen, dass eine Verurteilung als unwahrscheinlich gelte. Die Geschädigte klagte gegen diese Entscheidung beim Oberstaatsanwalt. Der hob die Entscheidung auf und wies den Bezirksstaatsanwalt Ende Mai an, Anklage zu erheben.
Solange Alberts Fall vor Gericht anhängig ist, kann der Fussballspieler kann nun nicht mehr für sein Nationalteam an Austragungen teilnehmen. Mit einer gerichtlichen Klärung ist nicht vor dem Herbst zu rechnen.

Freisprüche gegen Fussballer
Dem Regelwerk des isländischen Fussballverbands KSÍ zufolge darf ein Spieler nicht für die Nationalmannschaft antreten, während gegen ihn ermittelt wird oder sein Fall dem Staatsanwalt vorliegt. Diese Regel war im Jahr 2022 eingeführt worden, nachdem gleich mehrere Fälle aufgekommen waren, wo Nationalspieler der sexuellen Gewalt verdächtigt wurden. Hier lesen Sie mehr darüber.

Die Spieler Aron Einar Gunnarsson und Eggert Gunnþór Jónsson waren wegen sexueller Gewalt angeklagt, die Verfahren wurden eingestellt.
Gegen den isländischen Fussballspieler Gylfi Þór Sigurðsson hatte die britische Polizei wegen sexueller Gewalt ermittelt, das Verfahren wurde eingestellt.
Auch das Verfahren gegen den Fussballspieler Kolbeinn Sigþórsson wegen sexueller Gewalt gegen eine Minderjährige ist vor einigen Tagen mit Freispruch geendet.

Strenge Handhabung beim Reitsportverband
Der isländische Reitsportverband hingegen verfolgt den Ausschluss von Reitsportlern, die den Verhaltenskodex brechen oder gar unter dem Verdacht stehen, sexuelle Gewalt angewendet zu haben, ziemlich rigoros.
Im vergangenen Jahr war der Ausschluss des mehrfachen Töltweltmeisters Johann Rúnar Skúlason aus dem Nationalteam bestätigt worden. Icelandreview hatte berichtet. Zuerst war der Reiter im Jahr 2021 wegen eines länger zurückliegenden Sexualdeliktes, dessen Strafe er seinerzeit verbüsst hatte vom Reiternationalteam ausgeschlossen worden. Gegen den Ausschluss hatte Skúlason beim isländischen Sportgerichtshof geklagt, die Klage war im letzten Jahr abgewiesen worden – allerdings nicht wegen des Sexualdeliktes selbst, sondern weil Skúlason unbotmässiges Verhalten wie Drohungen und Belästigungen gegenüber Richtern und Funktionären an den Tag gelegt hatte. Dieses Verhalten gegenüber der Leitung des Dachverbandes und dem Reitsport generell wurde als so schwerwiegend betrachtet, dass es allein ausgereicht hätte, um den Reiter aus der Mannschaft auszuschliessen.

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