Festmahl für Meeresvögel Skip to content

Festmahl für Meeresvögel

Toter und verwesender Hering an den Stränden des Fjords Breiðafjörður in West-Island lockt tausende von Vögeln an. 40 Seeadler wurden auf Jónsnes gesichtet. Gestank entströmt den zerfallenden Fischen und breitet sich mit der Luft des Tauwetters aus.

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Themenfoto: Páll Stefánsson.

Schuld an der Situation soll die Fischerei und eine Heringsinfektion sein; das Isländische Meeresforschungs-Institut wird das Sterben im Januar untersuchen, wie Fréttablaðið berichtet.

„Da waren tausende Möwen, vielleicht um die hundert Raben, aber den prächtigsten Anblick gab eine Gruppe von vierzig Seeadlern ab”, sagte Jóhann Kjartansson, einer der Landbesitzer von Jónsnes auf der Halbinsel Snæfellsnes.

„Ein unglaublich großer Teil des (Vogel-)Bestands versammelte sich dort auf kleinstem Raum”, fügte er hinzu. Der isländische Seeadlerbestand beläuft sich auf etwa 65 Paare.

Ein großer Teil des im Sommer in Island ablaichenden Heringsbestands laichte in den vergangenen Jahren im Breiðafjörður. Die Heringsflotte hat dort Fische gefangen und war erfolgreich innerhalb der Quote, als eine Infektion den Bestand befiel.

In diesem Jahr wurde im Breiðafjörður nur begrenzt gefischt; die Infektion breitete sich außerhalb des Areals nicht stark aus.

Es gibt zwei Theorien für die so große Menge an toten und verwesenden Fischen an den Stränden des Fjords und am Meeresboden.

Eine besagt, die Fischer seien im Herbst zu aktiv gewesen, die zweite sagt, die Infektion sei schuld. Etwa 30 Prozent des Heringsbestands ist infiziert, darum wird die Infektion am ehesten als Erklärung angesehen.

„Es verwest eine erhebliche Menge an Heringen an den Stränden. Das ist eine traurige Situation und sie verschlechtert sich immer weiter. Bei Windstille sieht man Gasbläschen an die Wasseroberfläche strömen; es ist, als ob der Ozean koche. Am Meeresboden muss irgendetwas verwesen”, meinte Lárus Hallfreðsson, Bauer auf Ögur in der Nähe von Stykkishólmur.

Lárus sagte, der Seetang an den Ufern sei mit Fischöl überzogen, von dem ein stechender, ekelhafter Gestank ausginge.

„Ich finde es wahrscheinlich, dass eine Infektion teilweise ist schuld ist, aber auch die Fischerei auf den großen Schiffen, die fast bis ans Ufer kamen, um Heringe zu fangen”, lautete seine Theorie.

Das Isländische Meeresforschungs-Institut plant für kommenden Monat eine Forschungsreise in den Breiðafjörður, und die Fischereibehörde hat bereits damit begonnen, Proben für die Untersuchungen zu nehmen.

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