Fahndung nach drei Quarantänebrechern, zwei Infizierte in U-Haft Skip to content
Selfoss - Suðurland - Ölfusá
Photo: Golli.

Fahndung nach drei Quarantänebrechern, zwei Infizierte in U-Haft

Gestern sind in Selfoss drei Personen von der Polizei festgenommen worden, nachdem der Verdacht auf Diebstahl in einem Geschäft aufgekommen war. Die Festnahme wurde auf Bitten der südisländischen Polizei durch Beamte der Hauptstadtpolizei durchgeführt, wie es in einer Meldung der Polizei hiess. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass die Festgenommenen eigentlich in Quarantäne sitzen sollten, denn sie waren erst am vergangenen Dienstag in Island eingereist. Sie wurden daher zum COVID-Test geschickt um zu prüfen, ob sie ansteckend sind, berichtet Vísir.

Heute kam nun das Ergebnis, wie Víðir Reynisson, der Chef des Zivilschutzes der Polizei, RÚV gegenüber angab, sind zwei der drei Personen COVID-positiv, und es waren keine Antikörper nachweisbar, was bedeutet dass sie hochansteckend sind.

Fahndung nach drei weiteren ausgeschrieben
Die Männer werden morgen in eine Quarantäneeinrichtung in Reykjavík verbracht. Nach drei weiteren Männern, die sich bei den Infizierten befunden haben, wird derzeit gefahndet.
Die hohe Infektiosität der Eingereisten bedeutet nicht nur Isolierung für sie, sondern auch, dass 16 Polizisten sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben müssen.

Víðir sagte, man überwache die betroffenen Polizisten engmaschig, und es würden in den kommenden Tagen bei ihnen weitere Tests durchgeführt werden.
Die Angelegenheit sei sehr enttäuschend und ernst. Alles war heute sehr schnell gegangen, und das, während in Keflavik die Vorbereitungen für die Einreisetestung auf vollen Touren liefen.
Er sieht die Sache auch als Ansporn, alle Personen, die sich statt Test in Quarantäne begeben, noch besser an den Quarantäneorten zu kontrollieren.

Die drei Männer, die sich bei den Infizierten befunden hatten, sind nicht dort, wo sie sich angeblich in Quarantäne aufhalten wollten.
Inzwischen ist die Bereitschaft des Rückverfolgungsteams zusammen mit Kriminalisten dabei, die drei verschwundenen Männer in Südwestisland zu suchen. Auch die Einsatzleitung der Polizei hat ihr Quartier bezogen und steht bereit. Man sucht nach Hinweisen wo die Männer sich aufgehalten haben könnten und ob sie Verbindungen nach Island hatten. Es ist nicht bekannt, ob die drei Verschwundenen ebenfalls ansteckend sind.

Isolierung und Untersuchungshaft ab morgen
Die Infizierten befinden sich ab morgen dann in COVID-Isolierung, und zusätzlich in Untersuchungshaft, bis weitere Schritte beschlossen werden. Sie sitzen dann jedoch in geeigneten Räumlichkeiten in Reykjavík unter Aufsicht der Infektionsbehörde, und nicht im Gefängnis, weil die Polizei dort keine Ansteckungsgefahr haben will. Selbstverständlich hätten sie aber das Recht auf medizinische Versorgung und würden untersucht werden. Die Verletzung der Quarantäneregel ist eine strafbare Handlung.

Dem Diebesgut nach zu urteilen seien die Männer ziemlich unterwegs gewesen. Víðir hofft dass sie sich kooperativ zeigen, denn das würde die Rückverfolgung sehr vereinfachen. “Die tun sich keinen Gefallen, wenn sie es nicht sind, und hoffentlich machen sie sich den Ernst der Lage klar.”
Die Männer waren alle zusammen am vergangenen Dienstag in einem Flugzeug aus Europa angereist, Quellen von RÚV zufolge stammen sie aus Rumänien.

Ab Montag Test statt Quarantäne
Dem noch gültigen Gesetz zufolge müssen sich alle Einreisenden in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Ab dem kommenden Montag kann die Quarantäne durch einen COVID-Test am Flughafen ersetzt werden. Die Teststationen werden zur Stunde fertiggestellt. Für die Fähre Norröna prüft man derzeit die Möglichkeit, auf der Schiffsreise von den Färöerinseln nach Island alle Passagiere zu testen, um Engpässe im Fährhafen Seyðisfjörður zu vermeiden. Zu diesem Zweck ist ein Team gestern auf die Färöerinseln geflogen, und hat sich dort nach Island eingeschifft.

Das Testergebnis der COVID-Tests bei Einreise soll nach bis zu fünf Stunden vorliegen. Reist man am Abend an, muss man den nächsten Tag abwarten, da das Labor nachts nicht analysiert. In der Zwischenzeit kann sich der Reisende in seine Unterkunft begeben und sollte sich aber Quarantäne-konform verhalten, also nicht auf Shoppingtour oder ins Restaurant gehen. Auf der gestrigen Pressekonferenz zum Thema Landesöffnung wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass die Einreise in der jetztigen Situation insgesamt ein bis zwei Tage dauern könne.

Der Fall der Infizierten in Selfoss, die statt Quarantäne shoppen gingen, macht deutlich, warum eine der Situation angepasste Verhaltensweise so wichtig ist.

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