Erste Weihnachtstrolle eingetroffen Skip to content

Erste Weihnachtstrolle eingetroffen

Gestern erreichte Stekkjastaur, der erste der 13 Weihnachtstrolljungen (Jólasveinar), die Hauptstadt Reykjavík. Er besuchte zuerst das Nationalmuseum von Island, wo ihn viele Kinder erwarteten.

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Grýla. Fotomontage: BV.

Stekkjastaur erzählte den Kindern von seiner langen und beschwerlichen Reise aus den Bergen, wo er mit seinen Eltern und seinen zwölf Geschwistern lebt.

Seine Mutter Grýla fand bereits im 13. Jahrhundert als vagabundierendes 15-schwänziges Trollweib erste schriftliche Erwähnung. Wissenschaftler vermuten, dass sie bereits vor über eintausend Jahren aus Norwegen eingewandert ist. Seit dem 17. Jahrhundert ist sie ein in vielen Gedichten besungener Kinderschreck.

Sie ist so hässlich und so abscheulich, mit ihren drei Köpfen, einer achzehnfach gedrehten Widdernase, sechs Ohren, die auf die Schenkel herabhängen und verlaustem Haar, schreibt der Dichter und Pfarrer Stefán Ólafsson in seinem um 1650 entstandenen Grýlagedicht.

Darin überfällt Grýla die Höfe am Lagarfljót in Ostisland, fordert unartige und faule Kinder, lässt sich aber auf Verhandlungen ein und begnügt sich schliesslich mit dem Kuhhirten oder einem Stück Vieh. Denn die Menschenfresserin ist schon alt und krank und verhält sich eher wie eine Bettlerin.

Ihr fauler und launenhafter Mann heisst Leppalúdi. Ólafsson erwähnt, dass die beiden die Eltern der „bekannten“ Jólasveinar sind.

Die Zahl der anfänglich ebenfalls sehr grausamen Jólasveinar variierte zwischen etwa 50 und neun. Schliesslich hat sie sich auf 13 eingependelt. Die Trolljungen kommen in der Vorweihnachtszeit und spielen den Menschen Streiche.

Der erste kommt am 12. Dezember, der letzte am Heilig Abend. Am ersten Weihnachtstag kehrt der erste zurück und am 6. Januar sind alle dreizehn Trolljungen wieder zu Hause.

Nicht zuletzt das beliebte Gedicht von Jóhannes úr Kötlum hat dazu beigetragen, die Namen und Charaktere der 13 Unfugtreiber festzulegen.

So schleicht sich der stocksteife Stekkjastaur in den Schafstall, um die Milch der Mutterschafe zu trinken, schafft es jedoch nicht, sich zu bücken.

Heute ist Giljagaur an der Reihe, der es auf Kuhmilch abgesehen hat und morgen kommt der kleine, dicke Stúfur, der so gern die Essensreste aus Pfannen kratzt.

Heutzutage verhalten sich die Jólasveinar trotz ihrer Streiche wie richtige Weihnachtsmänner und bringen Geschenke. Nur ganz unartige Kinder finden morgens in ihrem Schuh eine alte Kartoffel.

Eine deutsche Übersetzung des Jólasveinar-Gedichtes von Jóhannes úr Kötlum finden Sie Tag für Tag im isländischen Adventskalender des Nordeuropa-Institutes an der Humboldt-Universität Berlin.

BV

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