Erste Papageitaucher auf Grímsey gelandet Skip to content

Erste Papageitaucher auf Grímsey gelandet

Die ersten Papageitaucher sind in Island an Land gegangen. Sie wurden in Hafnarhólmi im Borgerfjörður eystri und auf der Insel Grímsey gesichtet, berichtet RÚV.
Halla Ingólfsdóttir, die auf Grímsey ein Tourismusunternehmen betreibt, sagt, sie warte jedes Jahr gespannt auf die bunten Vögel. In diesem Jahr habe sie sich Sorgen gemacht, dass die Papageitaucher später kämen, weil das Wetter so schlecht gewesen sei, doch die Vögel hätten sich pünktlich am Abend des 10. April eingestellt. Im vergangenen Jahr war der Vogel einen Tag zu spät gekommen, weil es am 10. april zu windig zum Landen gewesen war.

Tagebucheinträge zur Vogellandung
Wie pünktlich der Papageitaucher war, weiss man, weil die Leute auf Grímsey über Jahrzehnte Tagebuch geführt hatten, und dort kann man nachlesen dass der Papageitaucher stets am 10. April auf die Insel kommt.
Seit sie vor 20 Jahren auf die Insel zog, habe sich der Bestand der Papageitaucher stark vermehrt, und die Felsen seien so voll, dass die Vögel inzwischen immer weiter auf die Insel hochwandern, um ihre Nester zu bauen. Halla sagt, es gebe jetzt eine Papageitaucherkolonie, die einmal um die ganze Insel reiche.
Der Papageitaucher und der arktische Zirkel sind es, was die Touristen zur Insel lockt. Und im Sommer, so Halla, sei das Vogelleben fast wie im Hitchcockfilm Die Vögel, da seien einfach überall Vögel. Es gebe sogar Papageitauchernester bei ihr unter der Veranda.

Bunter Touristenliebling
Papageitaucher gehören zur Familie der Alkvögel und sind auf der Liste der IUCN als gefährdet aufgeführt. Der bunte Vogel kommt ausschliesslich zur Brut an Land, er legt seine Eier in selbst gegrabene Höhlen auf exponierten Felsen ab, wo er in riesigen Kolonien brütet. Den Rest des Jahres verbringt er auf dem Meer, wobei trotz Beringung und Besenderung nicht ganz geklärt ist, wo sich eigentlich sein Winterquarter befindet.
Die Brut zieht er hauptsächlich mit Sandaal auf, und diese spezialisierte Mahlzeit ist den Küken in manchen Jahren beinahe zum Verhängnis geworden, weil der Sandaal in Island auf dem Rückzug war und tausende von Jungvögeln verhungerten. In den vergangenen Jahren konnte die Papageitaucherpopulation sich jedoch wieder erholen – eine sehr positive Entwicklung, auch weil der Vogel im isländischen Tourismus eine grosse Rolle als Besuchermagnet spielt.

Rückgang von 70% seit 1995
Im letzten Jahr hatte sich der Biologe und Vogelexperte Erpur Snær Hansen recht besorgt über den Zustand der Gesamtpopulation geäussert. Daten aus 2023 hatten auf einen Rückgang von etwa 70% seit 1995 hingewiesen. Zuvor war man von einem Rückgang von nur 40% ausgegangen. Verantwortlich dafür sei eine kontinuierliche Verzögerung beim Nisten und die schlechten Jahre für Jungvögel, die es in den 140 untersuchten Jahren so nicht gegeben habe. Dahinter stehe sei vor allem der Nahrungmangel, der auf die Meereserwärmung zurückzuführen sei. Die Jagd auf Papageitaucher, die immer noch erlaubt ist – der Vogel gilt als Delikatesse in teuren Restaurants – mache rund 10% beim Bestandsrückgang aus.
Man darf gespannt sein, wie Erpur Snær in diesem Jahr die Situation des Papageitaucherbestandes beurteilt.

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