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Ein großes Protest-NEIN auf Tour durch Reykjavík

In Reykjavík ist derzeit eine von dem umstrittenen spanischen Konzeptkünstler Santiago Sierra geschaffene Skulptur unterwegs.

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Demonstranten vor dem Parlament nach dem Bankenzusammenbruch in 2008. Foto: Geir Ólafsson.

Am vergangenen Montag konnte man beobachten, wie ein LKW, beladen mit einer riesiger NO-Figur, vor dem Parlament Alþingi vorfuhr, kurz bevor die Parlamentarier aus dem Urlaub zurückkehrten.

Dann wurde das große NO eineinhalb Stunden lang vor dem Hauptquartier der Bank Landsbanki im Stadtzentrum platziert, berichtete Morgunblaðið.

Bis heute Abend die Sierra-Ausstellung im Reykjavíker Kunstmuseum Hafnarhús eröffnet wird, reist die Skulptur von einem Platz zum anderen. Gestern war sie vor der Hallgrímskirche zu sehen.

Das Datum der Ausstellungseröffnung ist nicht zufällig gewählt. Vor drei Jahren fand die historische Protestveranstaltung auf dem Platz Austurvöllur vor dem Alþingi statt, bei der Tausende von Demonstranten den Rücktritt der damaligen Regierung forderten – kurz danach brach sie zusammen.

Die NO-Figur ist drei Meter hoch und wiegt ungefähr eineinhalb Tonnen. Alle Orte, an denen sie auftaucht, sind verbunden mit der Kritik des Künstlers an der kapitalistischen Wirtschaft und dem Bankenzusammenbruch in Island im Oktober 2008.

Die Skulptur ist Teil von Sierras „NO, Global Tour“, die 2009 im italienischen Lucca begann.

Die Tour, eins der größeren Projekte des Künstlers, wurde verfilmt und letztes Jahr bei der Berlinale gezeigt. Auch gegenwärtig werden Filmaufnahmen gemacht.

Heute Mittag stellt Sierra im Rahmen einer Performance ein 1,80 Meter hohes Denkmal für zivilen Ungehorsam am Austurvöllur auf, das er „Schwarzer Kegel“ benannt hat. Es nimmt Bezug auf die konischen Ketzermützen des Mittelalters.

In der Ausstellung im Hafnahús wird zum ersten Mal die gesamte aus 51 Teilen bestehende Kollektion von Sierras Dokumentationen und Videoinstallationen gezeigt. Viele davon sind sehr umstritten und der Zutritt ist für Kinder strikt verboten.

Letzte Woche hatte das Reykjavíker Kunstmuseum einen bezahlten Kurzzeitjob für eine neue Performance von Sierra ausgeschrieben.

Gegenwärtige oder frühere Beschäftigte von Finanzinstituten „die sich auf Grund ihrer Beteiligung schuldig für die aktuelle wirtschaftliche Situation fühlen“, konnten sich bewerben.

Doch es hat sich noch niemand auf diese Stellenanzeige gemeldet, teilte Soffía Karlsdóttir, die Pressesprecherin des Kunstmuseums, Morgunblaðið am Montag mit.

Die Sierra-Ausstellung läuft bis zum 15. April.

bv

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