Der Märchen- und Sagensammler Jón Árnason Skip to content

Der Märchen- und Sagensammler Jón Árnason

Heute vor 190 Jahren wurde Jón Árnason, der isländische Sagen- und Märchensammler, auf Hof nördlich von Skagaströnd, Nordisland, geboren.

Jón Árnason war Bibliothekar an der Nationalbibliothek in Reykjavík. Angeregt durch die Gebrüder Grimm begann er zusammen mit Magnús Grímsson Märchen und Volkssagen über Trolle, Elfen, Zauberer, Wiedergänger und Geächtete zu sammeln. Doch die kleine Sammlung, die die beiden 1852 herausgaben, blieb weitgehend unbeachtet.

1858 besuchte der deutsche Rechtshistoriker Konrad Maurer Island. Er war mit dem norwegischen Märchensammler Peter Christen Asbjornsen befreundet und hatte auch die Bekanntschaft der Brüder Grimm gemacht. Während seines Islandaufenthaltes beschäftigte er sich intensiv mit den Volksüberlieferungen und verfasste anschliessend ein Buch darüber.

Von Maurer ermutigt setzten Jón Árnason und Magnús Grímsson, der allerdings 1860 verstarb, ihre Sammlungstätigkeit fort. Die Germanistin Adeline Rittershaus beschrieb 1902 die grosse Resonanz, die Árnasons Umfrage schliesslich unter der isländischen Bevölkerung gehabt hatte:

„Der alte Bauer, der sich aus früher Kindheit noch der Sagen und Märchen zu entsinnen wusste, schrieb sie aus treuem Gedächtnisse nieder, die Grossmütter und Mütter gaben ihren reichen Märchenschatz preis, mit dem sie immer die aufhorchenden Kleinen zum Schweigen gebracht hatten, die Gymnasiasten und Studenten sammelten alles, was in den langen Dämmerstunden das Gesinde sich zu erzählen wusste, der Fischer und der Hirte brachte seinen Tribut an Sagen und Märchen, und geschäftig gingen in den einzelnen Bezirken die Pfarrer von Gemeinde zu Gemeinde, um das schon Niedergeschriebene einzusammeln und das bisher nur mündlich Überlieferte aufzuzeichnen.“

Als Jón Árnason keine Möglichkeit fand, die umfangreiche Sammlung in Island drucken zu lassen, half Konrad Maurer. Die zwei über 1300 Seiten umfassenden Bände Íslenzkar Thjódsögur og Aefintýri kamen 1862 und 1864 bei J.C. Hinrichs in Leipzig heraus; sie sind aber nie gesamt ins Deutsche übertragen worden.

Doch alle in Deutschland erschienenen Übersetzungen von isländischen Märchen und Volkssagen stützen sich vorwiegend auf die Árnasonsche Sammlung. Derzeit sind die Bände von Barüske (Insel), Schier (Rowohlt) und anderen vergriffen.

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