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Der lange Treck – Geschichte einer Pferderettung

Ein ausgesprochen ungewöhnlicher Pferdeabtrieb ereignete sich an Þorláksmessa, dem Tag vor Weihnachten, im nordisländischen Hörgársveit.

Die Pferde in dieser Region haben immer noch das Privileg, die Sommermonate in den Bergen zu verbringen. Im Juli werden sie auf die Hochlandweiden getrieben, beim „réttir“ im Herbst werden die Jungtiere herausgepickt, die älteren dürfen je nach Wetter bis zum Jahreswechsel in die Berge zurück.

In diesem Jahr jedoch war alles anders, erzählt Ólafur Aðalgeirsson vom Gästehaus Skjaldarvík am Eyjafjörður.

Wegen der andauernden Schlechtwetterperiode beschloss man schon Anfang Dezember, die Pferde von der Laugalandsheiði herunterzuholen. Nach einer Zählung stellte sich heraus, dass etwa 60 Pferde fehlten. Männer fuhren herum und suchten trotz schlechtem Wetter nach den Tieren, doch ohne Erfolg. Die 60 Pferde blieben wie vom Erdboden verschluckt. In einer kurzen Schneesturmpause brachte ein Erkundungsflug per Flugzeug ans Tageslicht, dass sich die Herde sehr weit oben auf der Laugalandsheiði an der Krossstaðagil befand, wo sie offensichtlich vom Schnee eingeschlossen war.

„Die trauten sich da nicht weg. Da beschlossen wir, sie da rauszuholen,“ sagt Ólafur. Zusammen mit seinem Freund Rikharður Hafdal und zwei weiteren Männern auf Motorschlitten machte er sich auf den Weg ins Bergland. Sie fanden die Herde immer noch am selben Ort, und tatsächlich trauten sich die Pferde nicht über Neuschneefelder und Schneebretter. Die Männer halfterten zwei ältere Wallache auf und führten mit ihnen die Herde an.

„Das war ein ganz schön langer Marsch,“ erzählt Ólafur, „wir mussten sechs bis sieben Kilometer durch Tiefschnee wandern und durften keine Pause machen, weil die Pferde unterwegs versuchten, umzudrehen und abzuhauen, und wir waren ja nur zu viert. Und das Wetter war so schlecht, vor lauter Schnee hat man nichts gesehen.“

Dennoch gelang es den vier Männern, alle 60 Pferde sicher zu Tal zu bringen. Alle befanden sich in gutem Zustand. Was für ein tolles Foto er bei der Aktion zufällig aufgenommen hatte, sei ihm erst hinterher aufgefallen, sagt Ólafur Aðalgeirsson.

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