Caldera der Bárðarbunga senkt sich um 15 Meter Skip to content

Caldera der Bárðarbunga senkt sich um 15 Meter

Die Caldera der Bárðarbunga ist um etwa 15 Meter abgesunken. Dieses Ergebnis förderte ein Kontrollflug von Vulkanologen und Geophysikern über das Vulkanmassiv südlich der Eruptionsspalte der Holuhraun gestern zutage, berichtet ruv.is.

Der Geophysiker Magnús Tumi Guðmundsson glaubt, daß die Absenkung in direktem Zusammenhang mit den heftigen Erdbeben in der Caldera steht. Es habe den Anschein, so der Wissenschaftler, als schwimme der Kraterboden auf der Magma und drücke sie nach unten und hinaus. “Wir haben keine Hinweise auf einen Ausbruch oder eine Temperaturerhöhung im Vulkan gefunden” sagte Magnús, “aber wir können sagen, daß es nicht unwahrscheinlich ist, daß das ganze in einem Ausbruch im Umfeld der Bárðarbunga resultiert.”

Eine derartige Absenkung sei noch nie seit Beginn der Messungen im vorigen Jahrhundert festgestellt worden. Magnús stellte einen Vergleich zum Ausbruch der Askja im Jahr 1875 an, als sich die Caldera um 300 Meter abgesenkt hatte. Beim Ausbruch der Krafla im Jahr 1974 hatte man nur zwei Meter Absenkung gemessen.

Der isländische Zivilschutz verschärfte in Reaktion auf den Befund seine bereits ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen.

In der Eruptionsspalte der Holuhraun sprudelt derweil die Lava weiter. Sie fließt nach Einschätzung des Vulkanologen Þorvaldur Þórðarson 40 bis 50 Meter pro Stunde und dürfte das Ufer der Jökulsá á Fjöllum in etwa 24 Stunden erreicht haben, berichtet ruv.is. Aufsteigende giftige Gase machen das Tragen von Gasmasken und Gasometern obligatorisch.

Die Polizei von Húsavík hat gestern die Fahrer und Insassen mehrerer Jeeps festgenommen, die in das abgesperrte Gelände gefahren waren, schreibt ruv.is. Sie müssen mit hohen Geldstrafen rechnen.

Das Gebiet wird aus der Luft und vom Boden aus auch weiterhin überwacht, nicht jedoch, um Strafen für Vergehen einzukassieren, betonte der Polizeichef von Húsavík, Svavar Pálsson, sondern aus Sicherheitsgründen. Das Gelände sei gefährlich, sagte Björn Oddson vom Zivilschutz. Es werde auch in naher Zukunft nicht für das Betreten geöffnet, weil sich die Lage in jedem Moment ohne Vorwarnung ändern könne.

Zumindest aus der Luft ist es aber möglich, die entlegene Eruptionsspalte im nördlichen Hochland zu besuchen. Flugunternehmen wie Norðurflug oder Mýflug bieten Sightseeingflüge über das am Boden gesperrte Gebiet an. Für den Preis von 239.900 ISK (1600 EUR) kann man bei Norðurflug zu einer zweieinhalbstündigen Tour über den Ausbruch starten.

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