Blogger wegen Verleumdung verurteilt Skip to content

Blogger wegen Verleumdung verurteilt

Eine junge Frau aus dem südwestisländischen Reykjanesbaer wurde für schuldig befunden, im Fall des Hundes Lúkas verleumderische Gerüchte in die Welt gesetzt zu haben. Der Hund soll brutal getötet worden sein, wurde jedoch in der Nähe seines Zuhauses in Akureyri lebend aufgefunden.

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Copyright: Icelandic Photo Agency.

Das Bezirksgericht von Reykjanes urteilte, dass sie dem Mann, dem sie öffentlich die Tat unterstellt hatte, 700.000 ISK (5.900 USD, 4.4.00 EUR) Schadensersatz zahlen müsse, berichtete das Fréttabladid.

Lúkas war Anfang Mai 2007 von seinem Zuhause weggelaufen. Dann entwickelte sich eine Geschichte, in der angeblich Besucher des Autofestivals von Akureyri im Juni den Hund in eine Sporttasche gesteckt hätten und ihn wie einen Fussball herumgekickt hätten, bis er tot war.

Es gab Gerüchte, dass der Vorfall gefilmt worden sei und dass das Video Brynjarsson als Anführer der Gruppe identifizierte. Ein paar Leute schrieben daraufhin blog-Beiträge über den Vorfall und beschimpften Brynjarsson.

Die Blogeinträge führten nach Angaben seines Anwalts Arnar Kormákur Fridriksson dazu, dass Brynjarsson sich fürchtete, sein Haus zu verlassen, worauf er seine Arbeit verlor. Einen Monat später wurde Lúkas lebend gefunden. Er war die ganze Zeit in den Bergen oberhalb seines Zuhauses herumgestreunt.

Zwei Jahre später beschuldigte Brynjarsson einen der Blogger der Verleumdung – die Angeklagte aus Reykjanesbaer. Zwei ihrer Bemerkungen wurden inzwischen für null und nichtig erklärt: dass Brynjarsson ein „abscheuliches Verbrechen“ begangen habe und dass der Hund „in der Tasche geschrieen habe und der Junge sie trotzdem weiter getreten habe, bis klar war dass der Hund tot war“.

Das Gericht sah keinen Grund, den Kommentar, Brynjarsson sei ein „verdammter Looser“ für null und nichtig zu erklären, obwohl er geschmacklos und grundlos sei. Die Frau hatte auch ein Foto von Brynjarsson in ihrem blog gepostet.

Brynjarsson erhielt 200.000 ISK an Schmerzensgeld, 100.000 um den Urteilsspruch zu veröffentlichen und 400.000 ISK für die Anwaltskosten.

Fridriksson schloß nicht aus, dass die anderen fünf Personen, die ähnliche Bemerkungen über Brynjarsson als Rädelsführer im angeblichen Hundemord gebloggt hatten, ebenfalls strafverfolgt werden.

„Das ist ein Meilenstein in unserer Arbeit, den Ruf eines jungen Mannes wiederherzustellen und eine Wiedergutmachung zu verlangen, die er ehrlich verdient hat,“ sagte Fridriksson dem Morgunbladid.

Lúkas, ein reinrassiger chinesischer Schopfhund, befindet sich in bester Gesundheit und wird im kommenden Sommer fünf Jahre alt. Seine Besitzerin Kristjana Margrét Svavarsdóttir findet, dass er in den Wochen in der Wildnis scheu geworden sei. Er habe einige Zeit gebraucht um sich davon zu erholen, aber nun sei alles wieder in Ordnung.

DT

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