Bischof von Island übt harsche Kritik am geplanten Missionsverbot Skip to content

Bischof von Island übt harsche Kritik am geplanten Missionsverbot

Der Bischof von Island Karl Sigurbjörnsson kritisierte Vorschläge des Menschenrechtsrats der Stadt Reykjavík, missionarische Tätigkeiten an den Schulen zu verbieten und religiösen Gemeinschaften den Zugang zu erschweren.

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Der Bischof von Island Karl Sigurbjörnsson. Foto: Páll Stefánsson.

In seiner Sonntags-Predigt in der Kirche Hallgrímskirkja bezeichnete der Bischof die Vorschläge als Feindseligkeit gegenüber der Staatskirche, berichtet Fréttabladid.

Sollten die Vorschläge realisiert werden, würden sie zu Ignoranz, Vorurteilen und geistiger Armut beitragen, erklärte der Bischof.

„Aus der Resolution des Menschenrechtsrats ist klar ersichtlich, dass die Beteiligung der Kirche am schulischen Leben abgeschafft werden soll, Kirchgänge ebenso verboten wie das Singen von geistlichen Liedern und das Schaffen von bildender Kunst mit religiösem Hintergrund“, fuhr Sigurbjörnsson fort.

Er glaubt, mit den Vorschlägen sollten Ausbildung und Erfahrung der Kirchenmitarbeiter untergraben werden, nicht zuletzt, weil sie besagten, dass anstatt der Kirchenleute in Notfällen Profis hinzugezogen werden sollten.

„Es ist ein nur schlecht verschleierter Angriff auf die Berufsehre von Pfarrern und Diakonen”, kommentierte Sigurbjörnsson in seiner Predigt.

Margrét Sverrisdóttir, Vorsitzende des Menschenrechtsrats der Stadt Reykjavík, sagte, der Bischof überinterpretiere die Vorschläge und bewertete seine Reaktion als rasend.

Sie meinte, mit den Vorschlägen solle die Staatskirche nicht angegriffen werden. „Ich glaube, diese Angelegenheit beruht hauptsächlich auf Missverständnissen, und die Diskussionen darüber kochen über.”

„Wir beschränken die Tätigkeit der Geistlichen in der der Schule zeitlich, wovon selbstverständlich auch die Staatskirche betroffen sein wird“, erklärte sie.

Sverrisdóttir sagte, sie zweifle daran, die Vorschläge würden den Lehrern, die in der Grundschule das Christentum verkünden, die Hände binden.

„Ich denke nicht, dass die Kirche besorgt sein muss, weil sich nichts verändert hat. Das Singen christlicher Lieder wurde nicht verboten und die christlichen Feste wurden nicht abgeschafft“, erläuterte sie.

Sverrisdóttir unterstrich, es sei seit Langem vonnöten gewesen, klare Regeln zu schaffen, die die Verquickung von Kirche und Schule beinhalten, vor allem, seit eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Schulen, religiösen und humanitären Gruppen vor drei Jahren einen Bericht über dieses Thema verfasst habe. Bis heute sei danach nichts unternommen worden.

Sie wies auch darauf hin, die Angelegenheit stecke noch in den Kinderschuhen, der Menschenrechtsrat warte auf die Beurteilung der Vorschläge durch Expertengremien und Schulen. „Sie werden erhebliches Gewicht haben.”

Übersetzung: Gabriele Schneider.

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